Der Filmtipp: Die Tribute von Panem 3 – Mockingjay 2, letzte starke Runde des Spotttölpel

Zum Thema Allgemein, Endzeit, Filmtipps, Home von - November 19, 2015
Der Filmtipp: Die Tribute von Panem 3 – Mockingjay 2, letzte starke Runde des Spotttölpel

Die Spotttölpel pfiffen es von den Dächern. Endlich findet die Geschichte um Panem und seine Revolutionskämpfern Katniss Everdeen ein Ende. Das sage ich nicht, weil ich die Reihe so doof finde, sondern weil die Geschichte mehr als vier Teile einfach nicht hergibt. Irgendwann ist halt mal gut und Die Tribute von Panem 3: Mockingjay II (was für ein Titel) setzt einen Schlussstrich, mit dem ich leben kann.

Worum geht es überhaupt? Jahaaa, also: Katniss Everdeen wird verletzt, aber gerettet. Sie zweifelt an sich und kann sich auch in der Liebe nicht festlegen. Kurz darauf wird ihr klar, sie muss für die Rebellen ihre Rolle einnehmen. Im Kampf wird sie verletzt, aber gerettet. Sie zweifelt an sich und kann sich auch in der Liebe… Moment, ihr wollt ja den Inhalt des letzten Teils wissen. Also: Katniss Everdeen wird verletzt, aber gerettet. Sie zweifelt an sich und ka… Na, lassen wir das.

Katniss Everdeen als Figur ist nicht gerade der Typ Frau, der mir nicht schon nach wenigen auf die Eier gehen würde. Und Jennifer Lawrence (Silver Linings, Serena, u.a.) gibt sich richtig Mühe diesen Eindruck beizubehalten. Es bleibt dabei, Katniss ist durchweg Misanthrop. Anstrengend!! Wie oft haben wir sie jetzt schon wortkarg durch die Gegend latschen sehen, andere Menschen mit leerem Blick anstarren sehen und das alles in gewollt melancholischen Bildern und Tönen? Wenn ich etwas nicht vermissen werde, dann Katniss. Naja und die Schauspielkünste von Liam Hemsworth.

Abgesehen von Anti-Heldin Katniss macht Mockingjay II für ein Finale sehr viel richtig. Regisseur Francis Lawrence inszeniert die Stimmung und die Spannung in einigen Momenten sehr treffend und sehr präzise. Wenn z. B. etwas Böses im Dunkeln lauert oder die Rebellen verkleidet nicht erkannt werden wollen, dann treibt er die Spannung auf den Ausgang bis ans Maximum. Und das, obwohl der erfahrene Zuschauer eigentlich weiß, was passiert. Auch in Sachen Optik gefällt der letzte Teil der Reihe mal wieder.

Pfiffig und erwachsen geworden,
der Spotttölpel

Zugegeben werden einige Figuren erneut sehr trashy in Szene gesetzt, aber in dieser Sache bleiben sich alle vier Filme wenigstens treu. Ich kenne die Bücher nicht, hörte aber, dass die Thematik in den Büchern doch deutlich ernster und roher beschrieben sei. Mockingjay II geht da in die richtige Richtung, vor allem dann wenn es um den Tod von Unschuldigen geht erreicht er kriegskritische Ausmaße – und das ohne viel Blut zu zeigen. Gut gemacht! Was die Spannung betrifft legt er im Vergleich zu seinem pseudo-politischen Vorgänger wieder ein paar Schippen drauf.

Was mir dieses Mal sehr gut gefallen hat waren vor allem die Kameraarbeit von Jo Willems (Ohne Limit, 30 Days of Night, u.a.) und der Score von James Newton Howard (Nightcrawler, The Tourist, u.a.). Ich würde fast behaupten, leistungstechnisch mit das Beste, was ich in diesem Jahr gesehen habe. Wunderbar bilderbuchmäßig und comichaft inszeniert und immer passend zu dem, was gerade auf der Leinwand geschieht. Klasse abgestimmt und geschnitten. Vor allem die Flüchtlingswelle aufs Capitol hat mir diesbezüglich persönlich besonders gefallen.

Mal abgesehen davon muss man es erst einmal schaffen so viele tolle Darsteller für Nebenrollen zu engagieren. Woody Harrelson, Philip Seymour Hoffman in seinem letzten Filmauftritt, Julianne Moore, Stanley Tucci uvm.! Bäm! Ein paar Abzüge gibt es noch für eklatante Übersetzungsfehler in der deutschen Synchronisation und für zu wenig Screentime einiger, toller Charaktere. Generell hat das Drehbuch nach wie vor ein paar Problemchen, vor allem die Dialoge wirken sehr statisch und 08/15. Und – same procedure as every year – 3D lohnt sich bei Die Tribute von Panem einfach nicht.

Abschließend muss ich wirklich sagen, dass Die Tribute von Panem 3: Mockingjay II als erwachsene Jugendromanverfilmung ihre Mission erfüllt hat. In drei von vier Filmen wurde ich bestens unterhalten. Ich persönlich freue mich jetzt über den charmanten Abschluss.

Fazit

Die Tribute von Panem 3: Mockingjay II holt einen von der ersten Minute ab, ist vor allem in den technischen Bereichen überzeugend und kann mit ein paar wirklich spannend inszenierten Momenten punkten. Da sehe ich gerne darüber hinweg, wie belanglos Mockingjay I war und wie anstrengend Katniss Everdeen ist. Allein die lustigen Namen der Figuren haben mich immer mit Wortspielen beschäftigt. Danke dafür!

Dieser Film könnte dich interessieren, wenn du alle anderen drei auch schon gesehen hast. Irgendwie logisch, oder?

Bilder: © Studiocanal GmbH Filmverleih

Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

1 Kommentar on "Der Filmtipp: Die Tribute von Panem 3 – Mockingjay 2, letzte starke Runde des Spotttölpel"

  • Mir hat das große Finale einen Tick weniger gut gefallen als noch Teil 1. Besonders das weichgezeichnete Ende war dann irgendwie zu viel des Guten. Die Musik war in der Tat wieder mal großartig. Ich hatte eigentlich erwartet, dass es nach dem Erfolg von „The Hanging Tree“ wieder eine ähnliche Hymne geben würde, aber dem war nicht so. Trotzdem hat James Newton Howard an einer Stelle doch noch eine Instrumentalversion von Hanging Tree eingebaut. Dankeschön!

    Hier meine ausführliche Review: https://filmkompass.wordpress.com/2015/11/19/the-hunger-games-mockingjay-part-2-2015/

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