Der Filmtipp: Paranormal Activity 5: The Ghost Dimension – enttäuschend, aber in 3D

Zum Thema Allgemein, Filmtipps, FoundFootage, Home von - Dezember 21, 2015
Der Filmtipp: Paranormal Activity 5: The Ghost Dimension – enttäuschend, aber in 3D

Mit Paranormal Activity erlebte das Found Footage Genre 2007 den entgültigen Durchbruch. Innerhalb der nächsten 8 Jahre folgten drei Fortsetzungen und zwei Spin Offs. Nun sollten laut Trailer in Paranormal Activity 5: The Ghost Dimension alle Fragen und Geschehnisse erklärt werden. In 3D. Warum es nie eine Chance für diesen Film gab, versuche ich mal in ein paar Absätzen zu verdeutlichen.

Worum geht es überhaupt? Eine Familie aus New York ist frisch nach Palo Alto gezogen, um nach dem Verlust des ersten Kindes ein neues Leben im Westen anzufangen. Nach dem Fund einer alten Kamera und gruseligen Videoaufnahmen zweier Schwestern, stellt die Familie schnell fest, dass der Kauf des Hauses nicht ganz koscher war. Als wäre das nicht schon problematisch genug fängt Töchterchen Leila an sich seltsam zu verhalten.



Ich zähle mich selbst zu den gefühlt wenigen Filmkritikern, die auch heute noch Bock auf Handkamerafilme haben. Diese Filme müssen dann allerdings einer gewissen „Genre-Linie“ folgen und irgendwie Sinn ergeben. Die Paranormal-Activity-Reihe hat in dieser Hinsicht wenig falsch gemacht. Jedenfalls bis zu Teil 4. Das Spin-Off Die Gezeichneten konnte das noch etwas auffangen, nun geht alles den Bach runter.

Natürlich werden ein paar Fragen beantwortet. Zum Beispiel wer oder was Geist Toby denn nun ist. Allerdings werden auch zig neue entstehen. Im Großen und Ganzen wurden einfach ein paar neue Elemente hinzugefügt, auf die man in den anderen Filmen nicht schließen konnte. Und diese bilden nun „die Antworten“. Wer’s glaubt. Mir gefällt dabei der Poltergeist-Ansatz ebenso wenig, wie die kleine Familiensekte, von dessen Anführer wir bislang nie auch nur ein Anzeichen erfuhren. Jetzt sind sie da. Who fucking cares.


Bleibt doch einfach mal bei dem Kind, mein Gott

Was ganz schlimm ist – und ein No-Go im Genre – ist das saublöde Verhalten von Mutter und Vater. Selbst nach der vierten oder fünften Nacht wird Töchterchen Leila noch alleine im Bett gelassen. Selbst auf der Flucht in ein anderes Haus verlieren sie ihre Tochter aus den Augen, die wieder daheim beim Onkel auftaucht?! Und als es dann richtig rund geht schaffen sie es nicht mal sie auch nur ein paar Sekunden an der Hand zu halten? Für Wackelkamerafilme muss in Sachen Logik immer etwas Toleranzraum gelassen werden. Ganz klar. Das hier ist aber ein Krater.

Noch dazu gesellen sich Elemente des Drehbuchs, die einfach unnötig eingestreut wurden. Zum Beispiel die Nebenfiguren. Während Swaggy-Bartträger Mike als Onkel noch in Verbindung zur Familie (aber in keinster Weise zur Handlung) steht, fragt man sich bei Yoga-Freundin Skylar was zum Geier sie überhaupt hier macht. Okay, am Ende gibt’s einen netten Abgang zwischen den beiden, aber ansonsten stehen sie rum, lenken ab und nerven mit riesen Dekolletee oder großer Klappe in mieser Synchro. Traurig aber wahr, die kleine Ivy George spielt alle an die Wand.


Von wegen „Zeig dich, Dämon“

So, jetzt bist du dran, Toby! Diesem sogenannten Dämon scheint nämlich vier Teile lang langweilig gewesen zu sein. Bedenkt man, dass der Hexenzirkel lediglich 2 Tropfen Blut brauchte, von zwei Kindern, die am 06.06.2005 geboren wurden, fragt man sich schon: Was geht dieser Dämon denn in nun sieben Filme lang zig armen Kleinfamilien auf den…jetzt kommt’s…Geist??? Hätte der ominöse Sektenvater nicht einfach mal im Kindergarten anheuern können, oder so? Und wer ist er überhaupt? Alle Geheimnisse werden gelüftet? Am Arsch.



Der größte Fehler des fünften Teils ist allerdings den ganzen Spaß in 3D zu liefern. Zwar sehen die Effekte gar nicht mal so mies aus, doch haben sie bei Found Footage schlichtweg nix zu suchen. Je amateurmäßiger die Aufnahmen aussehen desto besser. Es passt einfach nicht in das Konzept. Übrigens auch eine Eröffnungszene zu zeigen, bei der gar nicht gefilmt wird. Das ist kein Fehler, sondern einfach falsch. Das sage ich als absoluer Found-Footage-Freund. Kann schon sein, dass das normale Gruselfilmfans anders sehen.

Zwei, drei Momente ausgenommen bietet uns Paranormal Activity 5: The Ghost Dimension (Spoiler im Titel, nice!) leider auch nicht besonders viel Grusel. Das liegt in meinen Augen u.a. daran, dass Toby verbildlicht wird und die Bedrohung dadurch einfach nicht mehr ungreifbar scheint. Und man kennt das nun auch aus gefühlt 1000 Filmen. Schade. Wer mal ein gutes Beispiel in Sachen Found Footage sehen will, der sollte sich den deutschen Schocker „Die Präsenz“ ansehen.


Fazit

Paranormal Activity 5: The Ghost Dimension verspricht viel und macht alles falsch. Unpassende Herangehensweisen, miese Drehbuchprobleme, unbrauchbare Figuren und und und… Da ist es ja schon fast ein Glücksfall, dass Teil 5 nun doch nicht wie angekündigt die Reihe abschließt. Teil 6 ist bereits in Planung. Dann aber bitte wieder mit Katie, Standbildern und einem Dämon, den man nicht sieht. Weniger, mehr und so!

Dieser Film könnte dir gefallen, wenn du die bisherige Paranormal-Activity-Reihe mochtest, auf Handkamera stehst – oder der Film gut wäre.

Bilder © Paramount Pictures Germany

Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

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