Der Filmtipp: Planet der Affen: Revolution – Klappe zu, Affe lebt!

Zum Thema Endzeit, Filmtipps, Home von - Dezember 21, 2014
Der Filmtipp: Planet der Affen: Revolution – Klappe zu, Affe lebt!
Lange Zeit konnte ich mit den Filmreihen um den Planet der Affen nichts anfangen. Die Neuauflage mit Mark Wahlberg machte es nicht besser. Umso überraschter war ich, als ich die Herangehensweise von Prevolution erfuhr. Plötzlich hatten mich die Affen und auch die Fortsetzung Revolution ist ein Blockbuster-Highlight erster Güte.
Worum geht es: Viele Jahre sind vergangen seit Laboraffe Caesar die Menschen verließ. Nach der „Schlacht auf der Golden Gate Bridge“ zog es ihn und sein Volk in die Wälder. Mittlerweile hat das Virus, welches Affen Intelligenz verleiht, den Großteil der Menschheit auf dem Gewissen. Als die Interessen einer Kolonie von Überlebenden und Caesars Anhängerschaft miteinander kollidieren klopft ein Krieg an die Tür, den beide Anführer verhindern wollen. Doch beide Seiten haben mit internen Unruhen zu kämpfen  und eine Eskalation scheint unausweichlich.
„…wie ähnlich wir ihnen sind.“
Die Entwicklung der Affen im Vergleich zu Teil 1 fasziniert. Das Volk hat einen Verhaltenskodex entwickelt, lernt menschliche Sprache und Schriften, lebt „indianisch“ und unter Ceasars Führung friedlich. Das selbsterrichtete „Dorf“ gefällt optisch, weil es sehr detailliert eine Mischung aus Affen- und Menschenbehausung darstellt. Es existieren Randordnungen, doch im Vergleich zum Menschen benötigen die Tiere keinen Strom um zu überleben. Mir gefällt vor allem der Ansatz, den Fokus nicht auf die Menschen zu legen, sondern die Affen zu den Hauptdarstellern werden zu lassen. Das war in Teil 1 meiner Meinung nach noch anders.
Jason Clarke und Co machen ihre Sache außerordentlich gut. Zwar wird ihnen nicht ausreichend Screentime gegeben (bestes Beispiel: Gary Oldman), doch ihr Handeln und ihr Denken wird zufriedenstellend vermittelt und begründet. Der eine oder andere Zuschauer muss sich erst daran gewöhnen, dass „Wir“ in diesem Film nur Beiwerk sind. Das wird schon im Intro deutlich, wo die Ausrottung der halben Menschheit mehr oder weniger überflogen wird. Ein weiteres Indiz sind die Untertitel, ohne die wir kaum etwas verstehen würden, wenn Ceasar mit seinesgleichen kommuniziert. Ich find’s genial und durchaus innovativer als den üblichen Held-trifft-auf-Gegner-Quark.
Macht sich zum Affen – und das sieht klasse aus: Andy Serkis © 20th Century Fox
Und die CGI-Effekte? Die sind schlichtweg grandios. Andy Serkis – wahrscheinlich noch durch King Kong und Prevolution in Übung – liefert körperlich eine einwandfreie Imitation ab. Die Affen wirken verdammt real und auch die Landschaften sind dank düsterer Atmosphäre nicht übertrieben kontraststark, sondern passend in Szene gesetzt. Im Vergleich zu diesem ganzen Transformers-Turtles-Mist ist das wirklich beruhigend und stark anzusehen. Kein Overkill, sondern dann perfekt, wenn es nötig ist.
Natürlich gibt es aber auch Mängel am Sequel. Mir persönlich nahm das Finale zu schnell an Fahrt auf. Wo die erste Hälfte noch top Dialoge und einen subtilen Spannungsaufbau vorweisen konnte, verfiel Regisseur Matt Reeves (Cloverfield, Let Me In, u.a.) zum Ende hin dem Zwang, unterhaltende Action liefern zu müssen. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau, denn selbst der Endkampf ist spannend inszeniert. Ich hätte mir nur einfach noch etwas mehr Nähe zu den einzelnen Figuren abseits von Ceasar gewünscht.
„Verzeihung, wo geht’s hier zum Jurassic Park?“ © 20th Century Fox
Fazit:
Planet der Affen: Revolution gehört optisch definitiv zu den besten Blockbustern des Jahres und kann im Vergleich zur Konkurrenz auch mit einer durchdachten Story punkten. Die Hilflosigkeit der Pazifisten, einen Krieg zu verhindern, wenn er im Auge zweier fremder Parteien lebensnotwendig ist – dieser Konflikt ist bärenstark. Verzeihung, affenstark. Großes Kino, das leider am Ende etwas zu sehr auf’s Gaspedal tritt.
Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

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