Der Filmtipp: Poseidon Rex – Monstermäßig monster-mäßig

Zum Thema Filmtipps, Home, Monster von - Dezember 11, 2014
Der Filmtipp: Poseidon Rex – Monstermäßig monster-mäßig
Das müsst Ihr Euch mal vor Augen halten. Stellt Euch vor Ihr könnt nach jahrelanger Arbeit endlich einen wohlverdienten Urlaub auf einer kleinen Insel vor Belize machen. Die Menschen halbnackt, das Wetter phänomenal, die Drinks klasse und das Wasser klar und blau. Doch dann startet die Natur einen erbarmungslosen Racheakt gegen den Menschen und schickt ihre schlimmste Katastrophe in den Krieg gegen den Frieden: den Poseidon Rex. In diesem gleichnamigen Science-Fiction-Epos treffen Geldgier, Beziehungsdrama und der nackte Kampf ums Überleben aufeinander.
Worum geht es überhaupt? Jane und Rod verbringen einen gemeinsamen Urlaub auf einer paradisischen Insel vor Belize. Gleich beim ersten Tauchkurs entdecken die beiden Schatztaucher Jackson Slate, der verletzt im Wasser treibt. Zusammen mit dem Paar bringt Touristenführer Henry den Bewusstlosen zu einer Bekannten, Meeresbiologin Sarah. „Jacks“ erklärt der Gruppe, er habe im Blue Hole nach Mayagold gesucht, um seine Schulden bei Gangster Tariq zu begleichen. Dabei sei ein Monster aus seinem Uhrzeitschlaf geweckt worden. Der Truppe bleibt nur eine Wahl…na eigentlich stellen sich ihnen zig Möglichkeiten, aber sie entscheiden sich für: Schatz finden, Monster töten. Doch Tariq hat seine Killer schon längst auf Jackson und Co angesetzt. Wow!
(Anmerkung zum Plakat: siehe unten!)
Regisseur Mark L. Lester liefert eine cineastische Kunstspielerei ab. So wiederholen sich auffällig häufig Tier- und Landschaftsaufnahmen. Zum Beispiel eine Schildkröte, die einmal im Intro und einmal an einer ganz anderen Stelle auftaucht. Auch herumtreibende Wrackteile einer Yacht sehen den Wrackteilen eines kleinen Motorboots später zum Verwechseln ähnlich. Musikalisch begleitet wird das gesamte Werk stets vom selben Song. Ja richtig. EINEM Song. Der hat aber Ohrwurmcharakter! Como te llamas, I wanna know your name, what’s your number…ach lassen wir das. Ich schweife ab.
„Wenn du jetzt tauchst, werde ich richtig böse auf dich sein.“
Ein weiteres Merkmal für Drehbuchtiefe und Sinndichte sind die grandios eingestreuten Dialoge. „Es trägt alle Merkmale eines Dinosauriers.“ – „Eine ausgestorbene Art vielleicht?“. Wissenschaftlich hält’s der Film also so realistisch wie nur möglich. Auch beziehungstechnisch geht der Film näher an die Figuren. Allein bei Rods Frage an Jane, „Willst Du jetzt endlich schnorcheln, oder was?“, überlässt die Tonalität dem Zuschauer Interpretationsfreiheit. Ist es Rods überschwängliche Euphorie, oder ist er doch genervt vom Nörgeln seiner Partnerin? Auch als sie Jack im Wasser treibend finden sagt er: „Weiß nicht, ob er noch bei Bewusstsein ist oder was.“ Ist das jetzt eine Frage, oder eine Aussage, oder was?
Sarah tut, was eine Meeresbiologin tun muss: ihre Arbeit.
© Anderson Digital
„Ich bin doch nicht verrückt, das ist ein Monsterei, oder?“ – „Du bist nicht verrückt.“
Getragen wird der Film von seinen Hauptfiguren. So stellt Anne McDaniels beabsichtigt das pure Gegenteil einer typischen Meeresbiologin dar. Barbusig, blond, humorvoll (Das nenne ich versteckte Gesellschaftskritik!). Und doch zeigt sich in ihr ein faszinierender Blick für die Realität. Allein beim Tauchgang findet sie Fußspuren auf dem Meeresgrund (ja, Fußspuren!) und weiß sofort: „Das sind Fußspuren von Dinosauriern. Glaub ich.“ Sie hält sich nicht lange mit Theorien auf, sondern kommt mit Leidenschaft gleich zur Sache. Übrigens auch bei „Jacks“. Oder generell. Jedenfalls wirkt ihr Motoranschmeißen wie ein Handjob. Der Satz „Ich pumpe so schnell ich kann“ ist ein weiteres Indiz dafür, dass sie alles gibt. Sie ist es auch, die sofort erkennt, dass es sich um einen Predator Rex handelt. Verzeihung, Poseidon Rex. Nein, Moment. P-Rex! Hier sehen wir, der Song ist Storytelling pur.
Jurassic-Park-Technik stinkt dagegen ab: Sarahs Labor-Equipment
© Anderson Digital
Ähnlich wie im aktuellen Godzilla ist das namensgebende Monster übrigens nur dezent in die Gesamthandlung eingebaut. Meistens kündigt es seine Angriffe durch Gebrüll unter Wasser an (ja, unter Wasser), um wenig später, egal bei welcher Meerestiefe, kniehoch durch die Wellen zu trampeln. Gefühlt sehen wir während seiner Angriffe nur drei Einstellungen von den P-Rex, was die Echse noch geheimnisvoller erscheinen lässt. Und wie schafft der Rex es, dass die Gangster auf dem Boot ein ganzes Magazin an ihm vorbeischießen, optisch sogar ins eigene Boot? Was ist dieses Ding bloß? Und hat es Anziehungskräfte? Urplötzlich wird aus einer Geisterstadt ein Mob flüchtender Menschen, je näher der Rex dem Festland kommt. Wahnsinn.
Fazit
Ich bin begeist…okay, es reicht. Der Film ist absolute Sch*** und zwar von der ersten bis zur letzten Sekunde. Zorro-Narben auf toten, halbnackten Frauenkörpern okay. Aber wenn in der Kuss-Szene jeder einzelne Schmatzer lauter als jedes Rex-Gebrüll ist, dann ist das langsam aber sicher zu viel. Im Übrigen auch die bescheuerte Militäreinlage am Ende. Nein, hier ist nicht mal der Trash amüsant. Einfach nur schlecht. Alles. Oder was.
*Anmerkung zum Filmplakat – Es gibt im Film keinen Sturm, keine Blitze, keine Wellen, keine Helikopter. Es gibt: ruhige See, sonniges Wetter, Kampfjets. Brüste gibt es aber!
 
 
Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

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