Der Filmtipp: Rache oder Helden der Selbstjustiz, Teil 2: John Wick – Tötungsmaschine Keanu Reeves rächt Hündchen, Auto und Frauchen

Zum Thema Filmtipps, Home von - März 22, 2015
Der Filmtipp: Rache oder Helden der Selbstjustiz, Teil 2: John Wick – Tötungsmaschine Keanu Reeves rächt Hündchen, Auto und Frauchen
Es gab Zeiten, da dachte ich Keanu Reeves (Speed, Matrix, u.a.) wird seinen Ruf als „Neo“ niemals wieder los. Dank einer kleinen Actioner-Perle namens John Wick könnte sich das nun ändern. Als Titelfigur ballert sich Ne…, sorry, Keanu durch eine Horde debiler Mafiosi und avanciert dabei zum Schrecken, der die Nacht durchflattert für so ziemlich jeden Kriminellen, der ihm im Weg steht. Nur ein Tipp vorab…wenn man sein Matrix-Image ablegen will, dann doch bitte nicht mit einem Mann-gegen-Mann-Showdown im Regen. Ich darf sehr bitten, Mr. Anderson…

Worum geht es überhaupt? Um eine tickende Zeitbombe. Um Profi-Ex-Killer John Wick, der den Tod seiner Frau verarbeiten muss. Um auszusteigen schwört er sich den todbringenden Mann in sich zu unterdrücken und ein friedliches Leben zu beginnen. Als Starthilfe dient ihm das letzte Geschenk seiner Frau, ein Welpe. Die Ruhe findet ein schnelles Ende als der Welpe bei einem Überfall stirbt und sich der Täter mit Wicks Mustang aus dem Staubt macht. Wick erfährt seinen Namen. Es ist der Sohn des russischen Mafiabosses Viggo Tarasov. Dieser weiß, dass ein schlafender Riese geweckt wurde und investiert in Schutzmaßnahmen.
Den kenne ich doch,…?!

Dass John Wick ambitionierter ist, als viele Genre-Kollegen bemerkt man gleich an mehreren Ecken. Bis in die kleinste Nebenrolle ist der Film besetzt mit bekannten Gesichtern. Willem Dafoe (Grand Budapest Hotel, The Hunter, u.a.), Bridget Moynahan (I, Robot, Lord of War, u.a.), Michael Nyquist (Verblendung, Mission Impossible: Phantom Protokoll, u.a.), Jason Isaacs (Der Patriot, u.a.), Ian McShane (Fall 39, Hercules, u.a.), Lance Reddick (Lost, White House Down, u.a.), John Leguizamo (Kick-Ass 2, Romeo & Julia, u.a.),…die Liste ist lang und großartig.

 

In dieser Szene ballert Wick wirklich alle über den Haufen.
© Studiocanal
Doch es sind nicht nur Namen, die den Unterschied machen. Jede Kampfszene ist rasant und fast schon theater-like durchchoreografiert, was zusammen mit Wicks robuster Konsequenz sehr unterhaltend ist. Jedenfalls, wenn man auf diese Sorte Action steht. Rau und dreckig geht anders. Deshalb würde ich ihn auch nicht mit Bryan Mills‘ Kompromisslosigkeit aus Taken vergleichen. John Wick ist stilsicher, poliert, in kontraststarke Farbfilter getaucht und wird begleitet von einem wirklich coolen Score inkl. Songs von Tyler Bates, Marilyn Manson und The Castle Vania.
Hinzu kommen ein paar echt nette Ideen, wie zum Beispiel die Bar bzw. das Hotel für pendelnde Auftragskiller, die innerhalb dieser Wände einem Friedenskodex unterliegen. Oder die Putzkolonne, die ohne zu fragen antanzt, sobald Mr. Wick mal wieder seinem Geschäft nachgegangen ist. Dank einer echt tollen Kameraarbeit bekommen wir von dem ganzen Spaß jedes Mal exakt die richtigen Blicke auf das Geschehen.

 

Status: Auto weg, Hund tot, Gangster in Lebensgefahr
Ob Absicht oder nicht, John Wick braucht diesen ganzen Stil-Schnick-Schnack dringend. Für einen ernsthaften Rachefilm mit eventueller Moraldiskussion und halbwegs „guten“ Gegenspielern ist die Story schlichtweg zu doof. Von der ersten Minute an wird uns Wick als das Grauen in Person gezeigt, da reichen ein totes Hündchen und ein gestohlener Mustang aus, um das Abschlachten einer gesamten Mafia-Familie zu billigen? Ist das Kerlchen jetzt hypersensibel oder einfach der rote Knopf, den man nie drücken sollte?

 

In dieser Szene ballert Wick wirklich alle über den Haufen
© Studiocanal

Dadurch, dass aber die ganzen technischen Spielereien eingebaut wurden, die Darsteller Overacting betreiben und hin und wieder Schmunzler dabei sind versteckt der Film seine Schwächen gekonnt und steht als kultiger Actioner in der Gunst vieler Filmkritiker. Ich akzeptiere das auch so, denn es gibt genügend Streifen aus dem Genre, die ihr dumpfes Drehbuch nicht verstecken konnten und bestenfalls als Durchschnitt und Massenware endeten.

 

Fazit:

 

John Wick ist ultrarasant, zu keiner Zeit langweilig und gespickt mit kleinen Details und Feinheiten, die ihn von der Genre-Masse abheben. Vor allem optisch und choreografisch überzeugt der Streifen auf ganzer Linie. Kein Wunder, dass Keanu Reeves Lust auf den Film hatte. Dazu dann noch klasse Sounds und ich bin zufrieden. Da stört es auch nicht, wenn die Handlung auf einer Drehbuch-Idee basiert, die irgendwie viel zu einfach und stupide ist. By the way, stand da wirklich gerade Eva Longoria unter den Namen der Produzenten?
In diesem Trailer ballert Wick wirklich alle über den Haufen.
© Studiocanal



Meine letzten drei Filmkritiken:

Zombiber
V/H/S: Viral
The Equalizer

Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

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