Der Filmtipp: Terminator 3 – Rebellion der Maschinen – Als Actioner gut. Mehr nicht.

Zum Thema Allgemein von - Juli 27, 2015

Es wäre nicht nötig gewesen, doch nach finanziell starken Erfolgen denken Studios automatisch an Fortsetzungen. Umso untypischer finde ich, dass im Falle des Terminator jedes mal so große Zeitabstände zwischen den einzelnen Filmen liegen. Terminator 3 – Rebellion der Maschinen entfernt sich stilistisch zwar von beiden Vorgängern, erzählt aber die gesamte Story weiter. Das gefällt nicht jedem.

Worum geht es überhaupt? John Connor ist zehn Jahre nach dem Kampf gegen den T-1000 obdachlos, ohne Kreditkarte, Mobiltelefon oder Job. Er versteckt seine Identität, um nicht doch eines Tages von den Maschinen gefunden zu werden. Die befinden sich aber längst auf der Suche nach ihm. Ein weiblicher T-X wandert durch die Städte und eliminiert Connors künftige Kampfkameraden. Nur der altbekannte T-800 kann ihn beschützen.

Mehr Effekte, mehr Action, mehr Oberweite

12 Jahre nach dem zweiten Teil brechen Regisseur Jonathan Mostow und eine Reihe an Drehbuchautoren eine Geschichte auf, die eigentlich akzeptabel abgeschlossen wurde. Dabei bedienen sie sich an heute typischen Sequel-Krankheiten. Frei nach dem Motto „von allem etwas mehr“. Natürlich ist der neue T-X viel stärker, zudem sexy und weiblich. Natürlich wird ein völliger CGI-Overkill geboten und es ballert und rummst an jeder Ecke. Und selbstverständlich sind auch die witzigen One-Liner des T-800 auffällig häufiger vertreten.

Arnold Schwarzenegger hat einen gewissen Charme, der einfach beim Massenpublikum punktet. Ich hätte mir gewünscht, dass der ernste Grundton des Originals beibehalten wird. Nach Teil 2 war aber klar, welchen Weg das Franchise einschlagen würde. Wenn der T-800 mit der Hand reden soll oder auf „Fick Dich selbst“ mit „Dem kann ich nicht Folge leisten“ antwortet, dann sorgt das tatsächlich für Schmunzeln. In anderen Fällen, z. B. der Sternchenbrille, wirkt es dagegen eher unpassend.

Ich will auch gar nicht klugscheißern, aber wenn der T-800 in einer eher lustigen Szene erklärt, warum er soziale Psychologie anwendet, nur um wenig später völlig unsensibel zu reagieren, dann passt das halt nicht. Generell wird die Storyline hier dem Entertainment völlig geopfert. Die Zusammenführung der Figuren wirkt gestellt und gewollt wie zu Bays oder Emmerichts besten Zeiten. Hier wird nach dem Tod des Verlobten wenige Minuten später schon vom ersten Kuss mit Connor geschmachtet. Und das ist nur ein Beispiel.

Nick Stahl und Claire Danes – ein Problem für den Film

Und wo wir gerade dabei sind. Claire Danes ist eine Göttin als Carrie Matherson, aber als Kate Brewster unglaublich nervig. Ihr Heulgesicht war ja noch nie erstklassig, aber gegen ihre schlecht gezeichnete Figur hat sie auch insgesamt keine Chance. Unterboten wird das tatsächlich nur noch von Nick Stahl als John Connor. Die vielleicht wichtigste Menschenfigur bleibt hier blass wie ein Brite im Hochsommer. Da helfen auch pseudo-tiefe Monologe nicht.

Versteht mich nicht falsch. Alleinstehend ist Terminator 3 ein spannender Actioner mit Unterhaltungswert von Anfang bis Ende. Im Zusammenhang mit seinen Vorgängern verpulvert er aber Potential ohne Ende. Die Detailliebe fehlt hier einfach. Seit wann lächeln Maschinen schadenfreudig? Und die Effekte? Ja, die sind ganz nett. Meistens aber dann, wenn eben nicht CGI im Überfluss präsentiert wird. Der Stop-Motion-T-800 wirkt noch heute cooler als der T-X am Ende.

James Cameron führte nicht mehr Regie, sondern arbeitete nur noch mit am Drehbuch. Allein das ist schon eine Katastrophe. Jonathan Mostow (U-571, Real Steel, Surrogates) hatte als sein Nachkömmling entweder weniger Ansprüche, oder aber weniger Anforderungen. Nun…ich will nicht ständig meckern. Der kleine „Twist“ am Ende ist ganz nett und vermeidet ausnahmsweise mal ein Happy Ending, wie es sonst bei Blockbustern der Fall ist. Pluspunkte.

Gerade die ganze Skynet-Story hätte gerne mehr Screentime erhalten dürfen. Sie war episch und verteilte Endzeitstimmung pur. Statt hier aus dem Vollen zu schöpfen bekommen wir jede Menge Brillenszenen. Und: Hätte General Brewster mal mehr in die Brustvergrößerung investiert, die der T-X anwendet….Er hätte Jahre später eine Millionenkundschaft damit erreichen können. Aber nein, er musste ja Skynet entwickeln.

Fazit

Terminator 3 – Rebellion der Maschinen ist ein rasanter Actionfilm mit viel Explosionen und lockeren Sprüchen. Den Ansprüchen seiner beiden Vorgänger wird er dabei nicht gerecht. Dafür liegt der Fokus zu sehr auf Entertainment. Die Figuren bleiben größtenteils blass, doch es ist wie es ist. Ein Film mit Arnie ist nie so richtig mies.

Meine Kritik ist auch als Gastbeitrag beim Entertainment Blog zu finden. Bei mir gibt es den Gastbeitrag der Jungs zu Teil 2.

Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

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