Der Filmtipp: The Bigfoot Tapes – Drei Filmstudenten machen sich zum Affen

Zum Thema Allgemein, FoundFootage, Home, Monster von - Juni 15, 2015
Der Filmtipp: The Bigfoot Tapes – Drei Filmstudenten machen sich zum Affen

Gibt es ihn wirklich, den Bigfoot? Diese Frage bleibt wohl auf ewig unbeantwortet. Genau das macht die Legenden um ihn umso interessanter. Kein Wunder also, dass seine Geschichte oft für Filme verwendet wird. Allein im Bereich Found Footage habe ich mich zuletzt schon durch Exists – Die Bigfoot-Legende lebt und Bigfoot – Der Blutrausch einer Legende gekämpft. The Bigfoot Tapes ist im Vergleich dazu deutlich schwächer, dafür aber schlecht gemacht.

 

Worum geht es überhaupt? Tjahaa, gute Frage. Im Großen und Ganzen geht es um Bigfoot. Ein Dokumentarfilmer möchte einer Meldung über einen zerfetzten Hund nachgehen und begibt sich zusammen mit seinem Bruder und dessen Freundin auf die Suche nach der Wahrheit. Der ältere Herr, dessen Hund es angeblich erwischt haben soll, führt die drei Filmer in die Wälder. Dort entpuppt er sich als Glaubensfanatiker und flüchtet. Wenig später tauchen nachts unheimliche Geräusche auf.

Der Film läuft noch keine zehn Sekunden, da habe ich schon keine Lust mehr. Schuld daran ist die deutsche Synchronisation. Doku-Filmer Stewart hat eine dermaßen penetrante Stimme, dass der Zuschauer ihm nur noch helfen möchte. Alles in hohen Tönen – als wäre der Text unter Adrenalinzufuhr abgelesen worden. Ganz schlimm. Nur Bruder Davee klingt noch katastrophaler und röchelt in tiefer Brummbärstimme vor sich hin, als hätte er drei Nächte Ballermann 6 hinter sich gebracht.

Auch Sound und Bild machen den ganzen „Spaß“ leider nicht erträglicher. Der Ton ist so schlecht drübergelegt, dass es weh tut. In den wenigen Sekunden, in denen tatsächlich mal etwas passiert, ist es überraschend leise, während irgendwelches Vogelgezwitscher bei Tag und Nacht in der Endlosschleife läuft. Soll Naturumgebung vermitteln und so. Ich bin kein Meister des Fachs, aber ich glaube, dass ich nach einem einwöchigen Grundkurs ähnlich miese Effekte auch hinbekommen hätte. Die bestehen nämlich aus Schattenspielerei, ein paar roten Augen und…ich glaube das war’s.

„Ganz ehrlich, ich respektiere sie
mehr als jede andere Frau, außer Mama. Jemals!“

In Handkamerafilmen sollten stets Laiendarsteller auftreten zwecks Authentizität. Doch selbst in diesem Bereich gibt es offenbar noch eine Liga darunter. Regie- und Drehbuchdebütant Stephon Stewart spielt selbst die Hauptrolle. Besser wäre, er hätte hier gar keinen Job übernommen. Unterboten wird er nur noch von Davee Youngblood und Produzentin Shy Pilgreen als dessen Freundin. Produzentin? Jep, bis auf Youngblood sind alle Nebenrollen entweder die echten Dorfbewohner oder Mitwirkende. Nicht mal ihre Vornamen wurden für den Film geändert.

„Welchen Anbieter hast Du?“ – „Gar nichts.“ – So in etwas verlaufen die Dialoge. Boom… Auch in Sachen Handlungsablauf gibt es schlichtweg keine Pluspunkte. Da werden mittendrin plötzlich Familiengespräche geführt, Echos getestet und Beeren laut schmatzend verspachtelt. Vergessen sind die Gefahren und Verluste. Zwielichtige Rednecks, verstörter Waldführer, Pärchen – Klischees wohin das Auge reicht. Vom Steinwurf in der Nacht und Schreien in einer Höhle mal abgesehen lässt auch der Gruselfaktor auf sich warten. Das ist nicht wirklich überraschend, denn das Affenkostüm sieht man insgesamt vielleicht für fünf Sekunden.

Fazit

Okay, in der angesprochenen Szene handelt es sich um mehrere abgebrochene Sätze, doch grenzt man das Erzählte ein, so sagt Davee für einen Moment lang: „Ich bin so verdammt… scheiße…“ – Hätte man so als Satz stehen lassen können. Auch als Fazit für den ganzen Film. Ein völlig beknacktes Rape-Ende, kein Grusel, kein Humor, nichts. Miese Darsteller und Dialoge prallen auf eine belanglose Erzählstruktur. Wenn ich Bigfoot wäre, würde ich mich da auch verstecken.

Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

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