Der Filmtipp: True Story – Spiel um Macht – Scherzkekse machen ernst. Echt jetzt!

Zum Thema Allgemein, Filmtipps, Home von - August 20, 2015
Der Filmtipp: True Story – Spiel um Macht – Scherzkekse machen ernst. Echt jetzt!

Weder für Jonah Hill (The Wolf of Wall Street, Moneyball, u. a.), noch für James Franco (Planet der Affen: Prevolution, Spiderman, u.a.) ist True Story – Spiel um Macht wirklich die Feuertaufe in Sachen Ernsthaftigkeit. Beide haben bereits ihre Flexibilität preisverdächtig bewiesen. Und doch ist es, als würde man zwei besten Freunden beim Erwachsenwerden zusehen. Und das ist es auch, was den Film interessant macht.

 

Worum geht es überhaupt? Journalist Michael Finkel will mit seinem New York Times Artikel über afrikanische Kindersklaven Gutes tun und gleichzeitig Karriere machen. Damit das gelingt fälscht er einige Fakten, fliegt auf und wird entlassen. Parallel dazu wird Christian Longo des Mordes an seiner Familie beschuldigt. Als die Polizei ihn findet, zeigt sich, dass er zur Flucht die Identität von Michael nutzte. Dabei kennen sich beide überhaupt nicht. Finkel wittert die Chance seinem demolierten Image wieder Glanz zu verleihen und nimmt Kontakt zum vermeintlichen Killer auf.

Ein Freund, ein guter Freund

Der eben angesprochene komödiantische Background beider Hauptdarsteller ist für True Story weder hinderlich, noch besonders hervorzuheben. Vor allem Jonah Hill schafft es sich von seinem Comedy-Image zu verabschieden. Gekonnt meistert er den naiven, nervösen und etwas unbeholfenen Journalisten. Auch James Franco findet gut in seine Rolle, die noch ein wenig mehr Substanz hätte haben dürfen. Der ein oder andere düstere Blick wirkt etwas gestellt und überspitzt.

Insgesamt passen aber beide Schauspieler gut zusammen und demonstrieren verdammt spielfreudiges Dramakino. Keine der beiden Figuren ist ein Simpatico und das ist doch irgendwie noch authentischer, mit Blick Richtung Fakten.

Noch schöner ist, dass der Film trotz wahren Geschehnissen und einer Frage, die am Ende nur mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden kann, trotzdem besondere Momente liefert. Der Trick ist dabei nicht neu, aber passend. True Story ist nämlich viel weniger ein böser Thriller a la Zwielicht oder Sieben, als viel mehr ein Blindflug in die emotionale Gefühlswelt zweier völlig verschiedener Typen. Wer hier also Blut und Schockszenen erwartet, oder besonders depressive Settings, der wird seine Probleme mit der Geschichte haben.

Zwar werden bitterböse Elemente eingestreut, bei denen man sich kurz an den Magen fassen möchte, doch stehen hier die Charaktere der Figuren deutlich über dem faktischen Ursprungsplot. Und dass Jonah Hill und James Franco dieses Kunststück in der Gesamtheit meistern, freut mich. Es geht extrem viel Storytelling über Mimik und Gestik. Beide machen das super und werden kameratechnisch dabei noch eindrucksvoll in Szene gesetzt. Jede Einstellung ein Treffer. Der Film verdient seinen Nebentitel „Spiel um Macht“ und schafft Spannung durch kleinste Hirn-Effekte.

Warum ich den Thriller trotzdem nicht besser bewerte, als es meine Sternchen dort oben anzeigen? Der Score hätte etwas finsterer und aufdringlicher sein dürfen. Etwas mehr Fincher/Reznor hätte wirklich nicht geschadet. Dazu ist die Nebenfigur, Finkels Frau, gespielt von Felicity Jones, etwas halbherzig gespielt und durch zu wenig Screentime auch noch verschwendet worden. Außerdem hat True Story trotz bewusstem Zappelnlassen unverkennbare Längen. Das Ende wird nicht jedem gefallen, aber es lädt definitiv zum Nachdenken ein.

Fazit

Irgendwie macht es Sinn, dass die beiden Freunde Franco und Hill diese Rollen ergattert haben. Schließlich sind Longo und Finkel ebenfalls noch miteinander befreundet. Wenn True Story beweisen sollte, dass die beiden Spaßvögel auch anders können, dann ist das gelungen. Aber das wusste ich bereits. Ich wollte einen gut gespielten Thriller und den habe ich bekommen. Allerdings ist er sehr kammerspielartig und wenig episch oder actionreich. Nach ein paar Längen bin ich von der Dreistigkeit, mit der das Katz-und-Maus-Spiel im Sand verläuft, fast schon angetan.

Dieser Film könnte Dich interessieren, wenn Du Gone Girl – das perfekte Opfer oder Prisoners gesehen hast. Meine krittiq zu True Story findest Du HIER.

Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

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