Der Filmtipp: Afflicted – starker Vampirfilm im Handkamera-Stil

Zum Thema Filmtipps, FoundFootage von - Oktober 10, 2014
Der Filmtipp: Afflicted – starker Vampirfilm im Handkamera-Stil
Vor einiger Zeit habe ich mit großer Vorfreude auf Afflictedhingewiesen. Damals hatte ich noch ein wenig Hoffnung, dass der Film es auch in die deutschen Kinos schafft, schließlich konnte er auf Festivals kleinere Erfolge verbuchen. Als ich vor ein paar Wochen in der Videothek stand, fiel er mir dann plötzlich unter „Neuheiten“ direkt vor die Linse. Keine Sekunde gezögert habe ich mir den neuesten Found Footage Schocker ausgeliehen und wurde nicht enttäuscht.
HIER erfahrt Ihr alle generellen Infos zum Film. Starten wir deshalb gleich mit der Bewertung. Schon zu Beginn kann ich festhalten, dass es kein Fehler der beiden Regisseure Derek Lee und Cliff Prowse war, sich selbst auch als Hauptdarsteller zu inszenieren. Während Derek etwas verhaltener spielt, sammelt vor allem Cliff zu Beginn Sympathiepunkte als fürsorglicher Freund mit lockeren Sprüchen. Dereks ruhigere Gangart liegt am Hirnaneurysma, dass bei ihm diagnostiziert wurde und weshalb er die Weltreise mit seinem Freund überhaupt antritt. Hier gefallen mir die von vornherein kritischen Umstände, die auf Probleme hindeuten. Dazu aber später mehr.
Todkrank nach Paris – untot wieder raus
Afflicted bedient mit dem Handkamerastil nicht nur ein gängiges Genre, Dereks und Cliffs Blog „Ends of Earth“ trifft ebenfalls den Nerv der Netz-Zeit. So wird ein passender Grundstein dafür gelegt, warum die beiden Travelblogger so ziemlich alles auf ihrer Reise aufnehmen. Dass Dereks One Night Stand mit der Französin Audrey (Baya Rehaz, Blau ist eine warme Farbe, u.a.) in Paris schief läuft und er sich seit einem Schlag auf den Hinterkopf seltsam verhält bemerken die Follower der beiden Blogger erst etwas später so richtig. Der Leidtragende, der wirklich alles mitbekommt, ist Cliff. Eingebunden wird die Netzgemeinde erst, als Derek anfängt übernatürliche Stärken zu entwickeln.
© Sony Pictures Home Entertainment
Mir gefällt vor allem die Charakterentwicklung von Cliff, der recht schnell begreift, dass es seinem Freund nicht gut geht und mit dem Gedanken spielt alles abzubrechen. Abgesehen davon, dass Derek diesen Vorschlag sowieso ununterbrochen ablehnt, erwischt der Zuschauer Cliff dabei, wie er hin und wieder so fasziniert von Dereks plötzlichen Stärken ist, dass er die Sorgen vergisst und begeistert mitfilmt anstatt Angst zu bekommen. Das ändert sich schlagartig, als Derek nichts mehr isst, fast verbrennt und Durst auf frisches Menschenblut entwickelt.
© Sony Pictures Home Entertainment
Afflicted wurde das erste Mal am 9. September 2013 auf dem Toronto International Film Festival gezeigt, wo er gleich ausgezeichnet wurde als Bester kanadischer Debütfilm. Und das meiner Meinung nach völlig zurecht. Die Darsteller und die Effekte sind für einen unbekannten Found Footage Film beachtlich gut. Auch die Locations sind schlüssig und passend zum Gesamtkontext. Einziger Kritikpunkt ist dann am Ende – das Ende. Dort wollten die beiden Regisseure dann doch zu viel und rutschen leicht in horrortypische Cliffhanger ab, die nicht nötig gewesen wären.
Fazit: Afflicted ist mit Sicherheit einer der ambitioniertesten und besten Handkamerafilme der vergangenen Jahre. Wer sich auf das Kameragewackel einlassen kann, der wird hier den ganzen Film über bestens unterhalten. Es bleibt durchgehend spannend. Hin und wieder ein paar nette Lacher und Blut fließt auch noch 😉 Kleiner Höhepunkt sind die Go-Pro-Aufnahmen.
Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

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