Der Filmtipp: Katakomben – ganz viel Chaos, vor allem beim Drehbuch

Zum Thema Filmtipps, FoundFootage, Home von - Oktober 06, 2014
Der Filmtipp: Katakomben – ganz viel Chaos, vor allem beim Drehbuch
Diesen Filmtipp schulde ich Euch noch, aber besser spät als nie. Katakomben gehörte für mich zu den Handkamera-Tipps des Jahres. Der Trailer ist durchaus vielversprechend, die Location lädt zum Gruseln ein. Regisseur John Erick Dowdle konnte bereits mit Devil und dem [REC]-Remake Quarantäneerste kleine Erfolge verbuchen. Wer mehr über ihn und die Darsteller erfahren möchte, für den lohnt sich eventuell ein Klick auf HIER.
Nun zum Film. Tatsächlich startet Katakomben erstaunlich schnell mit Tempo und liefert gleich in den ersten Minuten super Gruselmomente ab. Während der Einführung der Hauptfiguren bremst sich alles aber wieder ein bisschen aus, dank lockerer Sprüche und langweiligen Hintergrund-Stories. Nichts desto trotz schafft der Film zu Beginn Neugierde zu wecken auf das, was da kommen mag. Bei mir persönlich war das zum Beispiel so, als das seltsame Mädchen die Forscher-Truppe mit ihren Blicken verfolgt, während sie den Club verlässt. Es wird schon viel richtig gemacht am Anfang.
Ohne spoilern zu wollen muss ich allerdings andeuten, dass nicht alle Anspielungen und geheimnisvollen Momente später noch aufgelöst werden, geschweige denn erwähnt werden. Spannung kommt trotzdem auf, allein wegen des Standortes. Die Pariser Steinbrüche, welche ab 1785 aufgrund des mangelnden Platzes auf oberirdischen Friedhöfen zu Massengräbern umfunktioniert wurden, machen alles schön eng, schön dunkel, schön schaurig. Erst recht, als vermisste Personen dort auftauchen und Dinge verschwinden.
Viele Rätsel, keine Lösung
Da gibt es zum Beispiel einen gruseligen Chor, ein brennendes Auto, geisterhafte Gestalten und ganz nebenbei auch den vielleicht stärksten Aspekt, die Klaustrophobie. Mir persönlich missfällt dabei, dass sich das Team noch viel tiefer in unbekannte Höhlen wagt und die Katakomben damit eigentlich nur zum Ausgangspunkt degradiert werden. Es ist im Prinzip mehr The Decent als Grave Encounters. Jedenfalls anfangs. Das wäre vielleicht auch gar nicht überraschend, denn der Originaltitel des Film heißt As Above, So Below, was zu Deutsch in etwa „Wie oben, so unten“ bedeutet. Und im ganzen Zusammenhang mit dem Film und seiner Geschichte ergibt das viel mehr Sinn als Katakomben.
Zum Ende hin wird zwar klar, dass Alchemie und die damit einhergehende Symbolik eine zentrale Rolle spielen, doch je weiter sich die Figuren hinab begeben desto undurchsichtiger und abstruser entwickelt sich die ganze Geschichte. Am Ende – das muss ich schon so hart sagen – rast der Streifen im Endspurt an die Wand.
© Universal Pictures
Fazit: Katakomben hat meine Erwartungen nicht erfüllt. Die waren dieses Mal allerdings auch sehr hoch. Grund für das insgesamt schwächere Fazit sind die chaotischen Finalergüsse des Drehbuchs, denn bis zu einer ganzen Weile kann sich der Film durchaus sehen lassen. Auch die Darsteller sind für einen Found Footage Film gar nicht mal so übel. Anders formuliert: Kürzt ihn um 20 Minuten, tauft ihn um und er ist gar nicht so schlecht.
Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

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