Der Filmtipp: Pride – Lesben und Schwule gegen das Thatcher-Regime

Zum Thema Filmtipps von - Oktober 31, 2014
Der Filmtipp: Pride – Lesben und Schwule gegen das Thatcher-Regime
Vor einiger Zeit habe ich zusammen mit Cansu Kinokarten gewonnen für eine Vorpremiere der englischen Komödie Pride. Ich muss gestehen, so richtig auf dem Schirm hatte ich den Film nicht. Also habe ich ein wenig recherchiert. Auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2014 gewann Pride bereits die Auszeichnung Queer Palm Award und Regisseur Matthew Warchus kannte man zuvor eher durch Inszenierungen von Musicals und Theater-Stücken. Das alles klang also nicht gerade nach Blockbuster und Actionsexkomödie. Und doch war es ein Film, der sich wirklich gelohnt hat.
Worum geht es überhaupt? Wir schreiben das Jahr 1984. Die britische Regierung beschließt Zechen zu schließen und zu privatisieren. Viele Existenzen sind bedroht, die von der Thatcher-Regierung unterdrückten Arbeiter eines kleinen walisischen Dorfes gehen in den Streik. Parallel erkennt eine Protestgruppe für Schwulen- und Lesbenrechte in London, dass sich ihre Situation der Lage der Bergarbeiter sehr ähnelt. Anführer Mark gründet die L.G.S.M. (Lesbians and Gays Support the Miners) und schmiedet einen Plan. Sie sammeln Geld für die Minenarbeiter, fahren nach Wales und treffen dort nicht nur auf Dankbarkeit.
Lockere Stimmung – im Film und im Kino
Tatsächlich hat die Geschichte einen historischen Hintergrund, was sie noch ein Stück interessanter macht. Zum Glück verbeißt sich der Streifen aber nicht in gewollter Tiefsinnigkeit und Geschichtssentimentalität, sondern erzählt frisch, frech und bissig. Das ist zum einen seinen Darstellern zu verdanken, wie zum Beispiel Jessica Gunning, Faye Marsay oder meinem Mitlieblingsbriten Bill Nighy, den ich persönlich schon in Per Anhalter Durch die Galaxis, Hot Fuzz, Shaun of the Dead und Radio Rock Revolution klasse fand. Ihnen merkt man den Spaß am Set an und so schaffen sie die Balance aus Gesellschaftskritik und Sozialkomödie ganz ganz locker.
Ehrlich, witzig, respektvoll
Hauptdarsteller Ben Schnetzer spielt den motivierten und engagierten Anführer Mark, der im Gegensatz zu wirklich allen anderen ein überraschend steif und humorfrei daher kommt. Das scheint aber gewollt so. Den liebenswerten Helfercharakter, der vergisst sich selbst im Leben zu orientieren, kauft man ihm jedenfalls von der ersten Minute an ab. Insgesamt sitzt vielleicht nicht jeder Witz, doch alles in allem können sowohl Klein und Groß als auch Jung und Alt hier ihren Spaß haben.
© BBC Films/Pathé
Für mich ganz positiv an dieser Sache ist, dass dann, wenn der Film seinen inhaltlichen Ausgangspunkt in den Vordergrund schiebt, er diesen auch ernst nimmt. Trotz vieler Lacher bleibt dadurch die große Unterdrückung von Minderheiten und Arbeitern unter Margaret Thatcher deutlich sichtbar und spürbar. Auch der Respekt gegenüber Homosexuellen wird hier deutlich. Mit sehr viel Selbstironie und Seitenhieben auf sonst so gewaltsam eingestreute Klischees. Es würde mich jedenfalls wundern, wenn sich Schwule und Lesben durch dieses Filmchen diskriminiert fühlen würden.
 
Fazit: Pride erfindet die Good-Feel-Komödie nicht neu, macht dafür aber vieles richtig. Die charmanten Figuren erinnern mit viel Respekt und Selbstironie an eine eigentlich sehr beschämende Zeit. Das Ende mag ein bisschen vorhersehbar und dick aufgetragen sein, doch insgesamt kann ich Euch diesen Film für einen netten Kinoabend nur empfehlen. Wie der Zufall so will habe ich sogar Tickets für Euch 😉 Siehe unten!

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Gültig sind die Freikarten bis zum 25. Dezember diesen Jahres, Pride läuft aber schon ab dem 30. Oktober, also Beeilung und viel Erfolg!

 

Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

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