Der Filmtipp: Storm Hunters – krachendes Comeback der Tornados

Zum Thema Filmtipps, FoundFootage, Home von - August 24, 2014
Der Filmtipp: Storm Hunters – krachendes Comeback der Tornados

1996 flüchteten Helen Hunt, Bill Paxton und Philip Seymour Hoffman vor ein paar Tornados, die so gut aussahen, dass sie zwei Oscar-Nominierungen erhielten. Seit diesem Erfolg ist es im Blockbusterkino ruhig um die Wirbelwinde geworden. Storm Hunters lässt sie 18 Jahre später wieder über die Leinwand fegen – und es kracht gewaltig!

Die Story ist kurz erzählt, was kein gutes Zeichen ist, in einem Katastrophenfilm aber okay. Ein paar vom Unwetter überraschte Zivilisten treffen auf eine Gruppe Sturmjäger und kämpfen gemeinsam ums Überleben. Was sie nicht ahnen können: diese Sturmfront nimmt Ausmaße an, die einmalig in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen sein werden. Mit dabei ist Richard Armitage, der mir sonst nur als Zwergenkönig Thorin Eichenschild (Der Hobbit) bekannt ist. An seiner Seite flüchtet Sarah Wayne Callies – über ihren Serientod in The Walking Dead bin ich noch heute froh. Beide machen ihre Sache aber gut. Große Darstellerkunst gibt es hier sowieso nicht, da die Effekte klar im Fokus stehen.
Was mir persönlich gut gefällt ist, dass Storm Huntersgleich zu Beginn stark loslegt. Ein paar Teenager werden nachts von einem Twister erfasst. Diese düstere, beklemmende Einstiegsszene ist direkt ein erstes Highlight. Gerade weil der Film zu 50 Prozent im Found-Footage-Stil gedreht ist, hätte es mich gefreut, wenn diese unvorhersehbaren Überfälle bei Nacht noch mehr thematisiert worden wären.
Hier fragt keiner, warum die Kamera wackelt
Als Begründung der ständigen Handkameraführung werden hier unter anderem die wichtigen Aufnahmen der Sturmjäger angeführt, was durchaus passt. Leider gibt es erklärungstechnisch keine Datentiefe. Die Stürme tauchen auf. Werden größer. Stärker. Mehr. Warum? Hier bleibt das Drehbuch auf der Strecke bzw. dreht seine Kreise zurück zu Found Footage, denn nicht jeder Zivilist, der das Chaos miterlebt, bekommt gleich ein paar nette Gründe für die Stürme mit auf den Weg. Das alles klingt schlimmer als es ist, denn dieser Katastrophenfilm hier ist vor allem eines: verdammt schnell!
© Warner Bros.
Atempausen gibt es selten, die Stürme tauchen urplötzlich auf, werden stärker und bedrohlicher und aus mehreren Perspektiven geschildert. Ein Fußballspiel dauert länger als dieser rasende Überlebenskampf. Hektik, Krach und viel Wind – Regisseur Steven Quale (Final Destination 5) bringt seine Stürme bildgewaltig und packend aufs Bild. Sogar James Cameron sollen die Spezialeffekte gefallen haben, die zusammen mit dem erst einmal in Oblivion genutzten Dolby-Atmos-Surround (3D-Sound, wenn man so will) eine beängstigend echte Atmosphäre schaffen. Dadurch wird der Zuschauer von kleineren Logiklücken abgelenkt, aber sei es drum. Dieses Tempo fesselt bis zum Schluss, wenn der Tornado Kleinstadtgröße und Windgeschwindigkeiten von 300 k/h annimmt. Kleiner Exkurs: Die stärksten je gemessenen Tornados entsprechen der Kategorie F5. Dieser hier ist ein F6.
„Halt drauf Alter, wir werden berühmt“
Storm Hunters besitzt nicht den Charme seines großen Bruders und ist vom Grundcharakter her deutlich erwachsener. Anders formuliert, hier gibt’s keine fliegende Kuh. Dafür aber gelegentlich Gesellschafts-Satire mit Seitenhieb auf die klickgeile YouTube-Generation. Ich will nicht zu viel verraten, aber achtet auf die „Twister Huntaaz“. Vielleicht kein Zufall, dass mit Matt Walsh (Phils Arzt aus Hangover) ein Komiker für die Rolle des sturmjagenden Pete gewählt wurde. Zum Lachen ist aber sonst nur der Filmtitel. Der Originaltitel lautet viel passender Into The Storm. Verstehen wir hierzulange so wenig Englisch?
Fazit: Storm Hunters haut von den Socken und zeichnet ein gewaltiges Katastrophenszenario, dass nicht so bekloppt überzogen wurde wie bei 2012 oder The Day After Tomorrow. Den beeindruckendsten Eigenschaften dieser Stürme wurde die meiste Leinwandzeit geboten und es gibt ständig auf den Deckel. Nicht ohne dabei außer Acht zu lassen, dass die Gefahr für viele Amerikaner mehrmals im Jahr real ist.
© Warner Bros.
  
Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

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