Der Filmtipp: The Expendables 3 – Sie schlagen sich gut, aber sie schlagen sich

Zum Thema Filmtipps von - August 28, 2014
Der Filmtipp: The Expendables 3 – Sie schlagen sich gut, aber sie schlagen sich
Yippie-Ya-Yeah Schweineb… Ach, das war der Andere. Egal. Jetzt, wo ich den Einstieg so charmant verhunzt habe ist es auch halb so wild Euch ankündigen zu müssen, dass Sylvester Stallones zweitem Nachschlag zu The Expendables so langsam aber sicher die Luft ausgeht. Seit dem 21. August 2014 ballert sich The Expendables 3 durch die Kinosäle und – keine Panik – es macht noch immer Spaß. Nur steckt nicht mehr so viel Herzblut in der ganzen Sache.
© Splendid Film
Über die Story müssen nicht viele Worte verschwendet werden. Nach einem gescheiterten Angriff auf einen Drogenbaron, der sich als totgeglaubter (Wortspiel-Alarm!) „Ex-pendable“ Stonebanks entpuppt, löst Barney seine Truppe auf. Er gründet ein jüngeres Team, um seinen Erzfeind von damals zu erledigen. Wer nicht vor zwei Minuten gegen eine Wand gelaufen ist, kann sich denken, wie die Geschichte weitergeht. Die Regie hat der mir bis dato unbekannte Patrick Hughes übernommen. Ich möchte meine folgenden Kritikpunkte nicht nur an ihm festmachen, aber es würde dem Franchise vielleicht gut tun, auch hier mal ein altes Eisen mit Kultstatus auf den Stuhl zu setzen. Mir fällt da sofort Rob Cohen ein, der u.a. für xXx – Triple X und The Fast and the Furiosverantwortlich ist. Aber da gibt es noch viele weitere Kandidaten.
Zurück zum Film. Eine Frage, die gleich zu Beginn geklärt werden muss: Wer ist alles dabei? Da wäre Antonio Banderas (Assassins – Die Killer, Der 13. Krieger, u.a.), der herrliches Overacting betreibt und Pluspunkte sammelt. Da wäre Wesley Snipes (Demolition Man, Blade, u.a.), dem leider nur in der Intro-Szene viel Leinwandzeit geboten wurde. Und natürlich Mel Gibson (Lethal Weapon, Mad Max, u.a.), der meiner Meinung nach schon bei Machete Killsund Get The Gringo zurück in die Spur fand. Hier spielt er unterhaltsam böse, wenn auch zu kurz. Und Harrison Ford (Krieg der Sterne, Apocalypse Now, u.a.)? Der darf knorrig, grimmig sein, aber nicht mal Indiana Jones oder Blade Runnerzitieren. Dabei hat er es am schwersten, muss er doch in seinen wenigen Auftritten Bruce Willis ersetzen.
Wer sind die denn?
„Mr. McClane“ empfand Stallones Gehaltsangebot für zu gering und stieg aus. Auch Chuck Norris kehrt nicht zurück, was laut Netzgerüchten an der jüngeren Altersfreigabe gelegen haben soll. Stattdessen wurden mit Kellan Lutz, Ronda Rousey, Sam Powell und Victor Ruiz gleich vier belanglose Jünglinge addiert, die alle weder Kultstatus besitzen, noch Talent, noch irgendwas. So haben wir gleich zwei ganze Teams voller Namen, die alle kurze Werbeauftritte für den eigenen Lebenslauf haben. In Armageddon-Manier werden sie zusammengebastelt, im Finale ist das dann trotzdem egal.
© Splendid Film
Ich will keiner dieser Pseudoklugen sein, der hier miese Logik und mangelnde Tiefe anprangert, aber anfangs weist Barney auf zig Hundemarken gefallener Expendables hin. Dann wird einer verwundet und plötzlich ist in Barneys Augen alles für die Katz? Warum? Hinzu gesellen sich bei der deutschen Synchronisation richtige Stimmungskiller. Jason Statham spielt ja „Lee Christmas“. Warum zum Geier sagt Stallone in deutscher Fassung zu Banderas „Weihnachten steht vor der Tür“? Und wenn Ford ständig über Stathams British-English nörgelt („Ich versteh den einfach nicht“) – was eigentlich witzig ist – wieso versucht man es nicht wenigstens auch auf Deutsch komisch klingen zu lassen? Hier hast Du das Gefühl Fords Charakter hat was mit den Ohren.
Wenigstens werden ab und zu super Trash-Dialoge eingebaut, die dann auch richtig Spaß machen.Gibson: „Was ist mit Den Haag?“
Stallone: „Ich bin Den Haag!“

oder
 
Snipes: „Ich brauch meinen ganzen Scheiß“
Stallone reicht ihm einen Beutel
Snipes: „Hey! Mein ganzer Scheiß“
Großartig!Und die Action-Inszenierung kann sich sehen lassen. Im Netz lese ich zwar viel Kritik über miese Effekte, aber ich muss gestehen: ich hab sie entweder nicht so mies wahrgenommen oder es war mir egal. Mir gefiel sogar, dass es deutlich mehr Hang zur Choreo gibt, zu mehr Mann-gegen-Mann-Fights kommt, als bloßes Geballer und Explosion nach Explosion. Keine Angst, die gibt’s auch.

Fazit: Die alten Haudegen machen noch immer Spaß und unterhalten über die gesamte Filmlänge. Gerade deshalb hätte ich lieber mehr von Gibson, Snipes und Banderas gesehen, als noch vier weitere Nachkömmlinge. Der Film hat im Gegensatz zum Vorgänger deutlich mehr Ecken und Schwächen – aber Teil 4 ist bereits in Planung. Ich empfehle Nicholas Cage, Kurt Russell, Vin Diesel und Mickey Rourke.
Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>