Der Filmtipp: Herr, lass Hai vom Himmel regnen – Sharknado: The Second One

Zum Thema Filmtipps, Home, Monster von - August 03, 2014
Der Filmtipp: Herr, lass Hai vom Himmel regnen – Sharknado: The Second One

Genug gesagt? Rund vier Millionen Zuschauer sahen die amerikanische TV-Premiere des Sharknado-Sequels Sharknado: The Second One. Absoluter Quotenrekord für den Sender SyFy. Hinzu gesellen sich rund eine Milliarde (ja, eine Milliarde) Twitter-Impressions. Das Trash-Produktionsteam The Asylum hat offenbar den Nerv vieler Filmfreunde getroffen und schon vor Start des zweiten Teils die Dreharbeiten zu Nummer drei bestätigt.

Als passionierter Filmkritiker muss ich mich entschuldigen, denn auch ich hatte wieder meinen Spaß. Auch wenn ich schon den ersten Teilzerriss, ich muss beide empfehlen. Aber warum? Was macht den Erfolg aus? Für mich ganz klar die Selbstironie, die dem ganzen Stumpfsinn Charme verleiht.

Shark happens, again.
Zum Glück sind wieder Ian Ziering (Beverly Hills, 20210, u.a.) als Fin Shepard und Tara Reid (Eiskalte Engel, Scrubs, u.a.) als April Wexler (oder „die Zwei gegen den Hai“) unterwegs. Beide spielen so herrlich dämlich, das hätte niemand sonst so hinbekommen. Hoffe ich jedenfalls. Dieses Mal sorgt die globale Erwärmung für einen monströsen Twister, der auf New York zusteuert. Dieser drückt die Wassermassen in die U-Bahn-Schächte, saugt Haie auf und lässt sie über der Metropole niederprasseln. Natürlich haben die Tiere in diesem Moment nichts anderes zu tun, als beim Sturz sofort zuzubeißen.
Man merkt dem Film sein höheres Budget an, so konnten bekannte Gesichter wie Vivica A. Fox (Independence Day, Kill Bill, u.a.) oder Judd Hirsch (Independence Day, A Beautiful Mind, u.a.) für den Streifen gewonnen werden. Ein Höhepunkt für mich sind aber die eingestreuten Wetternachrichten der echten Moderatoren und Meteorologen Al Roker, Matt Lauer und Stephanie Abrams. Hai-Niederschlagsraten in Hai pro Minute, Hai-Geschwindigkeiten von 5 Inches und digitale Wetterkarten mit Sharknado-Icons – alles ist dabei und wird wissenschaftlich erklärt. Großartig!
Dieser „Kenn ich doch“-Moment…
Dieses Mal muss Fin auch die Familie seiner Schwester retten. Ihr Name: Ellen Brody. Der Name ihres Mannes: Martin Brody. Das sind wahrscheinlich nur rein zufällig exakt die Namen der Hauptcharaktere aus Der Weisse Hai. Dass Sohnemann Vaughn so heißt wie der Bürgermeister und Freundin Chrissie den Namen des ersten Opfers aus dem Klassiker trägt…ach lassen wir doch diese Verschwörungstheorien. Schauen wir uns lieber die völlig offensichtlichen Fakten an.
Wie zum Beispiel das Product Placement von Subway, das in seiner penetranten Art und Weise seinesgleichen sucht. Sogar The Subway GuyJared Fogle hat einen Cameo-Auftritt. Autsch. Da kommt der Konami-Klassiker Frogger als lebensrettende Idee schon deutlich sympathischer rüber. Apropos Cameo: Wil Wheaton (The Big Bang Theory, u.a.), Kelly Osbourne und Ex-MTV-Vjane Kari Wuhrer tauchen auch irgendwann, irgendwo auf.

© Syfy

Wer hier Logik sucht, dem ist nicht zu helfen. Sharknado: The Second Onevergewaltigt das Hirn und das mit purer Absicht. Wie bei einem Unfall. Grausam, aber man kann auch nicht weggucken. Alle Fehler aus Teil 1 werden nicht nur wiederholt, sondern auf die Spitze getrieben. Mit Blick auf das Empire State Building sogar wortwörtlich. Von einer heroischen Rede á la Independence Dayüber eine umfunktionierte Prothese als Waffe wie in Planet Terror bis hin zu schlechten Wortspielen wie „Hailiger Scheiß“ – Trash-Freunden wird alles geboten. Und ja, auch die Kettensäge feiert ein grandioses Comeback.
Die Gewinner sind hier eindeutig der Lachmuskel und das Verständnis von Selbstironie. Deshalb schließe ich auch mit einem Dialog zwischen Ian Ziering und Judd Hirsch ab:
„Hier ist meine Karte, ich fahre nicht nur Taxi, ich bin auch Schauspieler. Vielleicht spiele ich ja mal irgendwann Dich.“
„Wenn jemand mich in einem Film spielt, dann bin das ich.“
„Ja, dann wird der Film eben schlecht.“
Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

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