Kingsman: The Secret Service – Die bessste Comic-Verfilmung des Jahres 2015

Zum Thema Allgemein, Filmtipps, Home von - Juni 19, 2015
Kingsman: The Secret Service – Die bessste Comic-Verfilmung des Jahres 2015

Fern von Mission Impossible und den Craig-Bonds bin ich kein großer Fan von Agentenfilmen. Comic-Adaptionen lösen bei mir auch keinen Hype aus. Zum Glück! Warum? Weil ich Kingsman: The Secret Service so völlig ohne Erwartungen sah. Regisseur Matthew Vaughn hat bei mir zwar seit Kick-Ass und X-Men: Erste Entscheidung einen Stein im Brett. Doch sein neuester Actioner schlug bei mir wortwörtlich ein wie die Faust auf’s Auge.

 

Worum geht es überhaupt? Draufgänger Gary, von seinen Freunden Eggsy genannt, hat es nicht einfach. Nach dem Tod seines Vaters lebt seine Mutter zusammen mit einem Säufer in einem Londoner Ghetto. Nach einem kleinen Zwischenfall wird er von Harry aus dem Gefängnis geholt. Harry, stets im Anzug und höflich, erzählt Eggsy, dass sein Vater und er Kollegen bei den Kingsman waren. Nun soll Eggsy das Erbe seines Vaters antreten, während parallel auf der ganzen Welt Prominente auf mysteriöse Art und Weise verschwinden.

Lasst Euch von den Trailern nicht blenden! Kingsman: The Secret Service ist weit mehr als nur ein Teenie-Abenteuer mit lockeren Sprüchen. Von bunt reingepixelten Credits über einen saucoolen Score der 70er und 80er bis zu etlichen Anekdoten zu James Bond und Co zeigt der Film, dass er besser ist.

Colin Firth (The Kings‘ Speech, u.a.) als Gentleman und Top-Agent zeigt hier, dass auch Anzugträger richtig „bad ass“ sein können. Dazu sammelt Neuling Taron Egerton reihenweise Sympathiepunkte. Perfekt von naiv und „too cool for school“ schaltet er um in charmant und gerissen. Endlich mal ein junger Darsteller, der schon früh zu wissen scheint, was er tun muss. Selbst die Nebenrollen sind mit Michael Caine, Sofia Boutella und vor allem Mark Strong klasse besetzt. Jeder erhält seine Screentime und trägt maßgeblich zum Filmspaß bei. Das große Highlight ist ein fantastischer Samuel L. Jackson mit Sprachfehler und Blutphobie. Ich schmeiß mich weg, super!

Charmant und dezent wie ein Gentleman erhöht Matthew Vaughn noch einmal die Messlatte in Sachen Action und Blut. Zwar ist der Film ein buntes Knallbonbon mit vielen ruhigen Momenten, doch gerade dann, wenn es zur Sache geht, geht es richtig rund. Zum Vergleich: Kick-Ass und Hit-Girl sind harmloser. Dabei wird es sowohl in den Stunts, als auch in den Kämpfen niemals peinlich oder penetrant. Stattdessen ist alles bombensicher durchchoreografiert, selbst John Wick würde gegen Agent Harry verblassen.

„Ich bin eine katholische Hure
und genieße eine außereheliche Beziehung
zu einem schwarzen jüdischen Mediziner, der in einer Militärklinik Abtreibungen vornimmt. Ich huldige Satan.
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag, Ma`am.“

Vor allem das Massaker an den Besuchern eines Gottesdienstes, angerichtet von nur einer Person, wird den Zuschauern nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Was für eine Kamerafahrt! Die völlige Überdosis an verrückter Action liefert dann ein Finale Furioso in knallbunten Farben, und einem urkomisch-musikalischen Storytelling der Extraklasse. Gags sind hier ebenso treffsicher wie Klingen, Knarren und Fäuste. Es fließt literweise Blut. Die CGI-Panorama-Aufnahmen von amoklaufenden Menschenmassen gefielen mir ebenfalls, erinnerten ein bisschen an World War Z.

Stereotypen müssen wir teilweise natürlich ertragen. Zum Beispiel den reichen Schnöselsohn und seine Dumpfbackenfreunde oder die verarmte Mutter, die ohne Mann nichts auf die Reihe kriegt. Aber – und das ist ein fettes „Aber“ – gerade die Figuren Valentine, Gazelle (erinnert mich an „Gogo“ aus Kill Bill) und Merlin überraschen immer wieder und heben sich ab aus den Agenten-Klischees. Und wo wir gerade bei Klischees sind…Was zum Geier hat Vaughn bitte für ein Bild vom schwedischen Königshaus? Egal. Selbst Klamauk macht hier noch eine gute Figur, wenn er damit die James Bond Erotik aufs Korn nimmt.

Fazit

Kingsman: The Secret Service hat alles. Fallschirmsprünge, Parcour, Retro-Musik, Anzüge, Schuhe, ein Ernest Hemmingway Zitat, FSK 16, die halbe Story aus Men in Black, Luke Skywalker, ein Happy Meal, Schweden und Möpse. Er ist super sympathisch, unmoralisch, frech, blutig, witzig, spannend, ideenreich, bunt, chaotisch und ironisch. Perfekte Unterhaltung ohne Überlängen, einer der besten Blockbuster des Jahres 2015, da lege ich mich fest!

Eine kurze krittiq dazu gibt’s HIER.

Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

1 Kommentar on "Kingsman: The Secret Service – Die bessste Comic-Verfilmung des Jahres 2015"

  • Jupp… dem ist eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen. Ich fand den auch spitze. sehr unterhaltsam, sehr action-reich, sehr lustig und insgesamt auch einfach eine schöne Parodie auf die ganzen Bond-Sachen. Herrlich gut!!!

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