Praktikant am Set von Independence Day 2: Tim David Müller-Zitzke im Interview

Zum Thema Allgemein, Home, Interviews von - August 04, 2016
Praktikant am Set von Independence Day 2: Tim David Müller-Zitzke im Interview

Am 14 Juli lief Roland Emmerichs Independence Day: Wiederkehr in unseren Kinos an. Im Zuge der Filmproduktion erfüllte sich ein Student aus Deutschland einen ganz besonderen Traum. Tim David Müller-Zitzke warb um ein Praktikum und landete kurze Zeit später am Set des millionenschweren Blockbusters.

Tim, magst du uns in vier, fünf kurzen Sätzen erzählen wer du bist, was du studierst und wie es zu diesem speziellen Praktikum kam?

Ich bin 22 Jahre alt und Student der Digitalen Medienproduktion an der Hochschule Bremerhaven. Nebenbei arbeite ich als Fotograf und Filmproduzent. Mein letztes Semester habe ich in der Filmindustrie von Los Angeles bei Volker Engel verbringen dürfen. Volker Engel ist einer der bekanntesten Visual Effects Produzenten der Welt, Oscarpreisträger für „Independence Day“ und gleichzeitig Honorardozent an meiner Hochschule. Nachdem er dort vor 2 Jahren eine Präsentation hielt, war ich sofort Feuer und Flamme. Vitamin B hat aber natürlich nicht ausgereicht, um bei seiner Firma „Uncharted Territory“ arbeiten zu dürfen. Am Ende hat meine Fotografie den Ausschlag gegeben.

Wie hast du reagiert, als tatsächlich die Zusage kam?

Ehrlich gesagt überrascht, denn aus vorherigen Emails klang es eher so, als ob es aus Kapazitätsgründen nicht klappen würde. Als dann die Zusage kam, habe ich mich total gefreut, aber auch erstmal einiges umorganisieren müssen, denn ich hatte bereits eine Zusage aus San Francisco. Doch LA stand für mich an erster Stelle – ein Traum war für mich wahr geworden.

Inwieweit hat dir dann das im Studium Gelernte beim Praktikum geholfen?

Mein Studienfach „Digitale Medienproduktion“ beinhaltet zusammengefasst die Richtungen Film, Design, BWL/Marketing und Informatik. Der Bereich Film war für dieses Praktikum logischerweise am hilfreichsten, auch weil er das Modul „3D-Animation“ umfasste. Da ich außerdem schon seit vielen Jahren fotografiere und eben auch Kurz- oder Werbefilme drehe, habe ich zusätzlich noch etwas Berufserfahrung mitbringen können.

Gab es weitere Praktikanten?

Kurz vor meiner Zeit in LA gab es eine weitere Praktikantin bei Volker Engel, die ebenfalls aus meinem Studiengang war. Während meiner Zeit in der Firma war ich jedoch der einzige Praktikant – und über die meiste Zeit auch der Jüngste im Team.

Wie lief das mit Studium und Finanzen? Konntest du alles organisieren und bezahlen?

Mein Praktikum war bezahlt und von meinem Gehalt konnte ich gut meine Miete bezahlen. Teile von meinem Ersparten mussten für Verpflegung und Ausflüge dennoch her halten. Los Angeles ist einfach abartig teuer.

Konntest du Kontakte knüpfen, die dir in der Karriere helfen werden?

Ich habe viele Freunde gefunden und interessante Kontakte in die Industrie geknüpft. Außerdem habe ich das Glück, Mentoren und Unterstützer gefunden zu haben, die mich auf meinem weiteren Weg voran bringen wollen.

Was sind überhaupt deine weiteren Pläne?

Erst einmal möchte ich im nächsten Jahr mein Bachelor-Studium abschließen. Danach werde ich definitiv weiter Filme machen, entweder hier oder in Amerika. Und nebenher läuft noch die Fotografie.

Jetzt müssen wir doch nochmal nachhaken: Wie war es am Set? Hast du Stars des Films getroffen?

Am Set habe ich im Prinzip den gesamten Cast des Films getroffen, zum Beispiel Liam Hemsworth. Jeff Goldblum hat aber zum Beispiel später auch mal bei uns im Büro vorbei geschaut. Und dann war da ja noch die Premiere, von der ich gerade wieder gekommen bin…

Warst du sofort drin im Team, oder war dein Name am Set eher „Praktikant X“?

Schon als Praktikant wurde ich von allen Kollegen ernstgenommen, auch wenn es in der Filmindustrie ausgeprägte Hierarchien gibt und auch geben muss. Doch dann wurde ich sogar zum Compositor befördert und voll in den Workflow integriert. Wenig später durfte ich meinen ersten eigenen „Final Shot“ zum Film beitragen – für mich die Feuertaufe. Erklärung: Im Compositing werden virtuelle und reale Bildbestandteile zusammen gesetzt, also das Bluescreen Footage vom Set und die computergenerierten Bildbestandteile. Erst durch das Compositing entsteht die Illusion beim Zuschauer, das Gezeigte sei echt.

Was würdest du anderen Studierenden raten, die ebenfalls in vermeintlich schwer zugängliche Berufswelten einsteigen möchten?

So einiges! Ich kann jedem raten, früh damit anzufangen, seine Leidenschaft zu entdecken und dann entsprechend schon während des Studiums Erfahrung darin zu sammeln. Außerdem: Kontakte knüpfen und den Kontakt allgemein auch nicht scheuen.
Zur Bewerbung: Für mich hat es sich schon oft ausgezahlt, telefonisch oder persönlich noch mal nachzuhaken. Mutig sein! Mehr als eine Absage zu bekommen, kann doch nicht schief gehen. Und zu guter letzt: Träume verfolgen und sein Ding machen! Wer klein denkt, bleibt klein.

Das Interview wurde ebenfalls im Magazin von Jobmensa veröffentlicht.

Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>