The Shallows: Blake Lively mit Möwe gegen Hai – in blutig-packender Ästhetik!

Zum Thema Allgemein, Filmtipps, Home, Monster von - August 26, 2016
The Shallows: Blake Lively mit Möwe gegen Hai – in blutig-packender Ästhetik!

Der Weiße Hai ist bis heute ein Meilenstein des Tierhorrors. 1.000 Trashfilme und einen Deep Blue Sea später sollte sich mit The Shallows – Gefahr aus der Tiefe nun endlich wieder ein Film ernsthaft an die Thematik herantrauen. Als Freund der Rückenflossen und großer Fan des Spielberg-Klassikers von 1975 konnte ich es kaum erwarten. Nach dem Film verspürte ich zwei Dinge: Urlaub und Lust auf eine Zweitsichtung!

 

Story:

Um den Verlust der Mutter zu verarbeiten begibt sich Surferin Nancy zu einem verlassenen Strand in Mexiko. Es ist ruhig, die Wellen fantastisch und die Gegend wunderschön, alles scheint perfekt. Kurz vor Sonnenuntergang treibt sie etwas weiter aufs Meer hinaus und entdeckt den aufgerissenen Kadaver eines Wals. Plötzlich beißt sich etwas in ihr Bein und zieht sie nach unten. Schwer verwundet rettet sie sich auf einen Fels, der dank Ebbe aus dem Wasser ragt. Ein tonnenschwerer Hai umkreist sie.

Trailer:

Der erste Teaser hat mich total neugierig gemacht. Er war unaufgeregt, ruhig und zeigte vor allem tolle Landschaftsaufnahmen plus Blake Lively (Age of Adaline, The Town, u.a.) beim Surfen. Nur in den letzten Sekunden deutete sich Unheil an. Die weiteren Trailer machten dann sehr schnell deutlich, worum es sich drehen würde. Schade ist, dass sie leider fast die ganze Handlung des Films abspulen. Daher empfehle ich euch sie lieber nicht anzuschauen. Geht ins Kino und lasst euch überraschen.

Regie:

Kurz kam mir der Gedanke, ob der Hai nicht eventuell von Liam Neeson gespielt wird. Immerhin drehte Regisseur Jaume Collet-Serra mit ihm zuletzt Run All Night, Non-Stop und Unknown Identity. Umso überraschender, wie unbeschwert der Spanier vom Action-Genre zum Haihorror wechselt und dabei noch so viel Liebe zum Detail mitbringt. Vor allem zu Beginn steht bei ihm die Ästhetik im Vordergrund. Hat zu diesem Zeitpunkt eher etwas von einem Bewegtbild-Shooting oder einem kunstvoll positiven Image-Spot der Surfindustrie. Blake Lively ist buchstäblich zum Anbeißen. Die vielen breiten Aufnahmen und Zeitlupen verpassen dem Surfsport und dem Strand etwas Magisches. Ob Absicht oder nicht, dadurch entsteht gleichzeitig eine gewisse Spannung, da der Zuschauer ja ahnt, was noch kommen wird.

Blake Lively:

Die 29-jährige Kalifornierin bekommt eine One-Woman-Show und die nutzt sie. Sie spielt anfangs gekonnt mit ihren Reizen ohne dabei billig zu wirken. Keine Angst, das ist alles weit weg von den typischen Bikini-Babes aus der Trashbranche. Zum Glück unserer Augen steigert sich Lively später dann auch schauspielerisch. Ihr schmerzverzerrtes Gesicht und die Angst in ihren Augen kaufe ich ihr sofort ab. Sie versprüht einfach jede Menge Spielfreude, selbst in ihren Monologen. Mich hat das Model aus Gossip Girl mit diesem Auftritt jedenfalls positiv überrascht.

Story:

Natürlich liefert eine Mensch-gegen-Hai-Geschichte immer einen gewissen Rahmen. Auf der anderen Seite hatte ich Angst, dass The Shallows unter dem Deckmantel Hai einen zwei Stunden langen Selbstfindungstrip machen würde. Zum Glück gibt es zig skurrile, kreative und spannende Einfälle. Nicht immer logisch, gerade am Ende, aber insgesamt doch toll erzählt und zu keiner Sekunde lang peinlich. Selbst für mich, der die Spoilertrailer gesehen hat, war der Film über die gesammte Länge lang spannend.

Technik:

Das Setting – von den Felsen bis zu Livelys Hintern – wird 24/7 in kontraststarken Bildern abgefeiert. Dazu ein paar Panoramas und Zeitlupen. Selbst der Hai sieht unglaublich gut aus, obwohl er mit Ausnahme seiner Rückenflosse ausschließlich am PC entstand. Die Kamerafahrten sind packend. Besonders hervorheben möchte ich außerdem noch den zu jeder Szene passenden Score von Marco Beltrami (Scream, World War z, u.a.), der übrigens schon die Musik zum Surferdrama Soul Surfer schrieb.

Pluspunkte:

Besonders gefallen hat mir der Einfall mit dem Walkadaver, der erstens schön eklig ist und zweitens wenigstens den Ansatz eines Grundes sucht, warum dieser Hai dort ist und tut was er eben tut. Der heimliche Star des Filmes ist eine Möwe, die mich ein bisschen an Wilson aus Castway oder den Löwen Peter Parker aus Life of Pi erinnert. Dank ihr und einem betrunkenen Strandgänger erhält der Film sogar ein paar Schmunzler trotz der beißenden Atmosphäre. Persönliche habe ich mich hin und wieder ein wenig um die Möwe gesorgt. Als Schmankerl gab’s dann noch kleinere Anspielungen auf den Weißen Hai, obwohl ich den Film eher mit dem großartigen The Reef vergleichen würde.

Minuspunkte:

Die Größenverhältnisse passen manchmal einfach nicht, vor allem dann, wenn man bedenkt, was der Hai mit Nancys Bein anstellt im Vergleich zu den Surfern oder dem Wal. Zum Wohle der Handlung verschwindet eine Leiche einfach vom Strand (vielleicht durch Flut und Ebbe), auch lebend hätte es diese Figur nicht gebraucht. Am Ende verzettelt sich der Film mit seiner tollen Idee der Ausgangslage. DIE gute Idee, wie diese aussichtslose Lage beendet werden kann, fehlt nämlich. Stattdessen flüchtet sich das Finish in einen zwar unterhaltsamen, aber auch unfreiwillig selbstironischen Endfight. Leuchtende Quallen und nervige Familien-Backgrounds wären hier gar nicht nötig gewesen.

FAZIT:

The Shallows hat mich umgehauen! Trotz offensichtlicher Handlungsstränge wird der Film mit jeder Minute packender. Zwar wurden hier und da Gewaltszenen großartig umgangen, es fließt trotzdem Blut in Strömen, weshalb ich FSK 12 eher grenzwertig finde. Blake Lively holt aus einer vermeintlich entfaltungsarmen Figur das Beste raus und sammelt sowohl optisch als auch leistungstechnisch viele Punkte. Die vielen kleinen Einfälle, die ästhetischen Aufnahmen und der wirklich bedrohliche Hai machen den Film trotz kleinerer Logiklücken defintiv sehenswert!

The Shallows könnte euch gefallen, wenn ihr Filme wie The Reef oder Der Weiße Hai gesehen habt

Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

1 Kommentar on "The Shallows: Blake Lively mit Möwe gegen Hai – in blutig-packender Ästhetik!"

  • Volle Zustimmung.. vor allem in Punkto Möwe 😀

    Aber auch ansonsten war ich echt positiv überrascht, wie spannend sich der Film doch präsentierte. Der Anfang hätte auch Werbung für Bacardi-Rum sein können, danach war’s aber wirklich echt gut… das Finale ein bisschen übertrieben, aber ansonsten echt sehr unterhaltsam

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