Unsterblich: Mad Max (1979) – Mel Gibson startet seine Karriere auf rasantem Rachetrip

Zum Thema Allgemein, Endzeit, Filmtipps, Unsterblich von - Mai 15, 2015
Unsterblich: Mad Max (1979) – Mel Gibson startet seine Karriere auf rasantem Rachetrip

Willkommen zu meiner neuen Rubrik „Unsterblich“. Hier bespreche ich die Filme mit denen ich groß geworden bin und die mich bis heute faszinieren und unterhalten. Das bedeutet, dass ich hier auch Filme präsentiere, die heute vielleicht wenig Sinn ergeben, mich als Kind aber für sich gewonnen haben. Passend zum Kinostart von Mad Max: Fury Road möchte ich mit einer ganz besonderen Filmreihe loslegen: Mad Max!

Worum geht es eigentlich? George Miller erzählt uns im ersten Teil die Geschichte von Max Rockatansky, einem australischen Polizisten. Dieser versucht auf den weiten Straßen des Outbacks für Recht und Ordnung zu sorgen, ohne selbst verrückt dabei zu werden. Die Welt gerät langsam aus den Fugen und Max muss sich eingestehen, dass das Chaos ihm hin und wieder Vergnügen bereitet. Aus Angst davor quittiert er den Dienst, um sein Leben seiner Frau und seinem Kind zu widmen. Eine Konfrontation mit einer durchgeknallten Biker-Gang durchkreuzt seine Wünsche.

1979 war Mad Max ein australisches Low-Budget-Wunder, welches einem gewissen Mel Gibson im Alter von 21 Jahren die Karriere ebnete. Typisch für die damalige Zeit wird seine Figur wie ein cooler Western-Held vorgestellt. Ein wortkarger Voll-Profi mit Charme. Umso überraschender, dass er im ersten Drittel des Films wie Beiwerk funktioniert. Vielmehr stehen sein Freund Jim Goose (Steve Bisley) und dessen Konfrontation mit dem verrückten Biker-Mitglied Johnny (Tim Burns) im Vordergrund.

Jetzt ratet mal, wo Biker Bubba Zanetti gleich drüber fährt…© Warner-Columbia

Egal, ob es dem Mini-Budget geschuldet ist, oder nicht: Die unübliche Erzählweise macht Mad Max umso interessanter und die eher unkreative Rachestory bekommt mehr Substanz. Dass der eigentliche Auslöser von Max‘ Feldzug erst nach zwei Dritteln des Films einsetzt erinnerte mich u.a. an Auge um Auge mit Christian Bale. Für mich kein Problem, weil der Film trotzdem detaillierten Mehrwert bietet, der bis zu dem Moment auf den alle warten bereits bestens unterhält.

Die Action-Szenen sind sehr dezent eingesetzt, haben in ihrer radikalen Art aber einen gewissen Charme. Wir reden hier von echter Stuntman-Arbeit, bei der Reifen Köpfe treffen, ohne dass die Szene aus dem Film geschnitten wird. Mad Max ist auch irgendwie Carporn, ohne ihn dabei mit Fast and the Furious vergleichen zu wollen. Es wird nur einfach sehr detailliert und sehr intensiv Wert gelegt auf die Bedeutung von Karosserien, wenn da draußen langsam alles den Bach hinunter geht. A propos:

War da nicht irgendwas mit Apokalypse?

Jep, tatsächlich zählt die Mad-Max-Reihe zu den bekanntesten Endzeitstories der Filmgeschichte. So richtig Thema wird sie aber erst im Sequel. Anders formuliert: Stellt Euch vor, Liam Neeson würde nach Taken nun in Taken 2 in einer postapokalyptischen Wüste um das Leben seiner Familie kämpfen. Dazu in meiner Filmkritik zu Teil 2 mehr. In Mad Max kündigen Radioberichte im Hintergrund ein Unheil an. Ja. Und doch spielt der Film eher knapp vor dem Geschehen. Die Seltenheit funktionierender V8-Motoren, Biker-Banden, die Benzin stehlen, unterbesetzte Polizeiwachen – viele kleine Details kündigen einen Umbruch an.

Dem holländischen Stuntman ist bei diesem Dreh nix passiert, schwöre! © Warner-Columbia

Insgesamt ist der erste Film der Reihe trotzdem eher eine Mischung aus Rachefilm und Road-Movie. Die Verfolgungsjagten fesseln, trotz heute unfreiwillig komisch wirkender Momente. Eine seltsame Atmosphäre mit skurrilen Figuren, deren böses Treiben nicht aus Boshaftigkeit, sondern Wahn entspringt. Das würde ich noch nicht als ausschließlich dystopisch bezeichnen, aber definitiv als beklemmend.

Fazit

Das Ende kommt etwas abrupt, leider. Bis dahin ist Mad Max der etwas andere Actioner mit absolutem Kultstatus. Wer auf die heutigen CGI-Blockbuster steht könnte mit dem Alter des Streifens seine Probleme haben. Wer auf handgemachten Wahnsinn steht, wird hier aber bestens bedient. Rau, wortkarg, rasant und mit einem echt durchgeknallten Bösewicht (Hugh Keays-Byrne).

Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

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