Der Filmtipp: Star Wars Episode VII: Das Erwachen der Macht – Super-Comeback!

Zum Thema Allgemein, Filmtipps, Home von - Dezember 16, 2015
Der Filmtipp: Star Wars Episode VII: Das Erwachen der Macht – Super-Comeback!

Jetzt aber! Nach meiner nicht ganz so ernst gemeinten Review von gestern erzähle ich euch nun, wie mir Star Wars Episode VII: Das Erwachen der Macht wirklich gefallen hat. Dabei werde ich versuchen so viele Spoiler wie möglich zu vermeiden. Ich hasse Spoiler! Aber ich bin auch froh endlich über den Film quatschen zu können. Los geht’s!


Worum geht es überhaupt?
Episode 7 spielt gut 30 Jahre nach Rückkehr der Jedi-Ritter, also nach dem Fall des Imperiums und Darth Vaders Tod. Während „die Macht“ und die alten Geschichten schon zu einem Mythos verkommen sind, ist der Frieden nie ganz eingekehrt. Es tobt noch immer ein Kampf zwischen der „Resistance“ und der „First Order“ – einem Ableger der dunklen Seite. Innerhalb dieses Konflikts steigen neue Helden empor, aber auch etwas Böses wird geboren.

Angst und Zweifel, der Film könne floppen, verfliegen schon nach Sekunden. Nicht weil’s direkt der Shit ist, sondern weil das Hirn auf Kind schaltet. Sobald der alte Schriftzug eingeblendet wird pocht das Herz. Alles wirkt so vertraut nach Wohnzimmer. Atmosphärisch hat der sicherlich auch gut beratene Regisseur J. J. Abrams (Star Trek, Super 8, u.a.) das super hinbekommen. Nicht zuletzt liefert er natürlich eine Hommage an die alten Filme nach der anderen. Von einer gealterten Cantina Band über Ruinen und Requisiten wie verrotteten AT AT’s oder dem verstaubten Millenium Falcon.



Aber es gibt auch signifikante Unterschiede zwischen Alt und Neu. Aus den Rebellen und dem Imperium sind nun der Widerstand und die Erste Ordnung entstanden. Und im Vergleich zu Episode 1 werden Gags bei Film Nummer Sieben sehr dezent, familiengerecht und spaßig inszeniert. Nicht übertrieben, nicht gewollt, nicht zu kindisch. Was aber vor allem gefällt ist, dass sich der Film nicht lange mit unnötiger Detailliebe aufhält. Er „madmaxed“ ein bisschen. Sorry für diese Wortschöpfung. Jedenfalls geht es immer wieder rund! Verfolgungsjagten, Schießereien, Schwertkämpfe – spannend ist es im Prinzip die ganze Zeit.


Wir sind wieder zu Hause, Chewie!

Und doch wird uns auch ausreichend Zeit gegeben, um uns an der Wiederkehr bekannter Gesichter zu erfreuen, was vor allem Han Solo (Harrison Ford), Chewbacca (Peter Mayhew) und Leia (Carrie Fisher) betrifft. Ford ist sichtlich in die Jahre gekommen, spielt aber mit einer spürbaren Freude an der Rolle. Als wäre Han Solo nie weg gewesen. Auch Carrie Fisher liefert ordentlich ab und ist mit ihrem sympathischen Auftreten ein Gewinn für die Geschichte. Es knistert noch immer zwischen den beiden. Und – Spannung – sie haben ein dunkles Geheimnis. Dann sind da noch R2D2 und C3PO, die irgendwie nicht mehr ganz zeitgemäß wirken, aber gerade dadurch den Nostalgieeffekt noch erhöhen.

Ihr merkt schon. Mit der Story will ich nicht so richtig rausrücken. Ihr müsst halt ins Kino! Ich beschäftige mich lieber erst mal mit den Figuren. Und da gibt es ja jede Menge Neulinge zu bestaunen. Hervorheben möchte ich da John Boyega als Stormtrooper Finn. Er ist ein echter Gewinn und macht einfach nur Spaß. Dass die besten Gags von ihm kommen war nicht unbedingt zu erwarten nach den Trailern. Aus seinem Charakter hätte noch etwas mehr rausgeholt werden können. So ist er aber ein guter Ausgleich zu Daisy Ridley. Die macht mit ihrem charmanten Akzent eine mehr als Jedi-taugliche Figur. Einige Talente von ihrer Figur Rey spoilern ein wenig, stören tut das aber kaum. Rey ist frech, naiv, hat eine traurige Vergangenheit und bringt jugendliche Hoffnung mit sich. Was sie vor allem ist: Das Kind im Jurassic Park. Die personifizierte Begeisterung an der Jedi—Geschichte.



Oscar Isaacs X-Wing-Pilot Poe Dameron ist richtig cool. Der Name seiner Figur erinnert ein bisschen an Con Air (Cameron Poe). Ist es Zufall, dass auch der die meiste Zeit im Flieger sitzt? 😉 Auf jeden Fall gefällt mir die Beziehung zwischen Finn und ihn Poe, die sich zwar etwas abrupt gestaltet, aber einen angenehmen Part innerhalb der Geschichte darstellt.

Und die dunkle Seite? Adam Driver ist als Kylo Ren von Beginn an voll in der Story und bei weitem nicht so trashig wie z.B. ein Darth Maul. Gerade zu Beginn wirkt er sehr bedrohlich. Gefallen tun mir aber vor allem seine Schwächen, die ihn später zwar nicht mehr so übermächtig erscheinen lassen, ihm dafür aber eine eigene Daseinsberechtigung im Gesamtkonstrukt der Saga verpassen. Warum ausgerechnet er Darth Vaders Erbe antreten will (was auch optisch auffällt) ist mir noch nicht ganz klar. Zweitsichtung und Recherche sind hier Pflicht.



Snoke (Andy Serkis) aka „Surpreme Leader“ wird beeindruckend in Szene gesetzt, leider wirken hier die CGI-Effekte nicht ganz ausgereift. Er sieht aus, wie eine Mischung aus Gollum und Thanos. Das ist kein Kompliment. Leider wird er auch wie letzterer in die Geschichte eingewebt. Das muss mehr kommen. Nicht das erste Mal, dass es ein wenig nach Drehbuchschwäche riecht. Domhnall Gleeson dagegen begeistert mich so richtig. Er ist für mich ohnehin einer der Schauspieler 2015. Frank, Ex Machina und bester Mann in Unbroken. Seine Wutrede als General Hux und dessen optischer Verfall, hach, weltklasse Overacting! Gerne noch etwas mehr davon.


Wo sind eigentlich Lupita, Simon und Co?

Leider kann man das nicht von allen Namen behaupten, mit denen sich Star Wars: Das Erwachen der Macht schmückt. Oscar-Gewinnerin Lupita N’Yongo (12 Years a Slave, u.a.) kommt als Maz Kanata zum Beispiel viel zu kurz. Auch „Game of Thrones“-Fans könnten von Gwendoline Christies Dasein enttäuscht sein. Und Mark Hamills Auftritt als Luke Skywalker? Ist keine Überraschung. Aber wie genau er auftritt wurde bis jetzt geheim gehalten. Nun, manche Zuschauer könnten verwundert sein, über sein sehr kurzes Erscheinen. 


Die Macht ist stark mit den Machern

Abgesehen von diesem kleinen Rätsel bekommen wir ein paar seichte Cliffhanger geboten. Und doch ist der Film in sich abgeschlossen. Die 3D-Effekte haben sich endlich mal wieder gelohnt und Daniel Mindel liefert uns eine fantastische Kamerajagd ab, die in meinen Augen zu den größten Stärken des Films zählt. Auch in ruhigen Szenen ganz großes Bilderkino! Die Effekte sind bombastisch, der Score von John Williams ebenso. Die tolle Ausstattung versetzt uns ohnehin wieder zurück in die 70er. Man merkt einfach, wenn ein Film nicht effektüberladen ist, sondern viel Handarbeit in Sachen Maske und Kostüm vorweisen kann. Das ist gut und besser so, da lasse ich nicht mit mir reden. Alt und Neu so miteinander zu verbinden muss den Jungs erst mal einer nachmachen.

Beim Drehbuch mache ich wie oben bereits erwähnt kleine Abstriche. Hier hätte ich gerne etwas mehr Innovation gesehen, da ich nicht alles als Hommage durchgehen lasse. Teils ist das für mich Innovationslosigkeit. Das klingt aber härter als ich es meine, denn diese Mammutaufgabe (Drehbuch ist NICHT adaptiert) muss man erst mal hinbekommen. Nicht uninteressant: Die Reihe trennt sich schon im ersten Film von einer wichtigen Schlüssel-Figur. Das ist mutig und konsequent, wird aber nicht jedem gefallen. Ich kann damit leben, weil mit dem Verlust dieser Figur „Platz“ geschaffen wird. Die letzte Szene war mir allerdings ein bisschen zu sehr Panem. Sehr gewollt, sehr melodramatisch. Insgesamt ist aber alles stimmig. Bei den drei Unfall-Prequels hatte es überhaupt nicht funktioniert Anakins Entwicklung parallel zu dem infantilen Kinderschrott geschehen zu lassen. Solche Probleme wurden hier zum Glück ebenso vermieden wie Jar Jar Binks.


Fazit

Ich könnte noch Stunden über den Film reden. Star Wars Episode VII: Das Erwachen der Macht legt einen fulminanten Start hin und legt die Messlatte für seine Nachfolger sehr hoch. Klasse Effekte, rasante Action, Spannung pur. Dazu tolle neue Figuren und jede Menge Nostalgie. Entdeckerdrang, Faszination, Abenteuerlust. Einfach alles wird bedient. Lediglich in einigen Details ist das Drehbuch noch verbesserungswürdig, aber wer weiß, was uns da noch alles erwartet. Möge die Macht mit uns sein!

Dieser Film könnte dir gefallen, wenn du die alte Star-Wars-Trilogie mochtest und die neuen Star-Trek-Filme von J.J.-Abrams gesehen hast. Meine krittiq dazu gibt’s HIER.

Bilder © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

2 Kommentare on "Der Filmtipp: Star Wars Episode VII: Das Erwachen der Macht – Super-Comeback!"

  • Zustimmung!!!! Ich bin auch so froh und so begeistert, dass dieser Film wirklich so gelungen ist!!! Der ist großartig… jetzt muss ich nur noch gucken, wann ich das nächste Mal ins Kino komme 😀

    • Micha

      Ich habe ihn jetzt zum zweiten Mal gesehen. Einmal deutsch, einmal englisch. Er bleibt fantastisch! :)

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