Der Filmtipp: Vergessene Welt – Jurassic Park: Rex und Raptor und von allem mehr

Zum Thema Allgemein, Filmtipps, Monster, Unsterblich von - Juni 08, 2015
Der Filmtipp: Vergessene Welt – Jurassic Park: Rex und Raptor und von allem mehr

Die Vergessene Welt: Jurassic Park holte sich 1998 die Goldene Himbeere als schlechteste Fortsetzung, kassierte einen Tag später aber auch einen Oscar für die visuellen Effekte. Steven Spielbergs zweiter Dino-Streich spaltet die Meinungen bis heute. Für mich war dieser Film ein Teil meiner Jugend und ich könnte ihn auch heute noch pausenlos gucken. Trotzdem hat er deutliche Probleme.

Worum geht es überhaupt? John Hammond hat seine Fehler aus Jurassic Park eingesehen und möchte ein Team zur Anlage B schicken – der Isla Sorna. Auf der Nebeninsel leben noch immer und unter Geheimhaltung Dinosaurier. Das Forscherteam um Ian Malcolm soll ihr Verhalten dokumentieren und bewirken, dass die Tiere dort in Frieden leben können. Allerdings wurde Hammond die Leitung von InGen entzogen und sein Neffe Peter befindet sich mit einer Truppe von Jägern bereits vor Ort. Probleme sind vorprogrammiert.

Buchverfilmung ohne Buchinhalte

Michael Crichtons Romanvorlage und der Originalfilm hatten bereits deutliche Unterschiede zu verzeichnen. Buch II und Film II steigern sich dabei noch einmal mehrfach. Die wirklich spannenden Hauptfiguren Dr. Levine, Dr. Thorne, Howard King und Arby werden komplett vermieden, Industriespion Dodgson nach wie vor ignoriert. Stattdessen werden wir mit blassen neuen Figuren wie Peter Ludlow, Roland Tembo, Nick Van Owen, Dieter Stark, Dr. Burke, Ajay und zahlreichen Jägertrupps aka Dinofutter überhäuft.

Dr. Ian Malcolm ist zwischen den beiden Filmen vom selbstverliebten Zyniker zum verweichlichten Sprücheklopfer degradiert worden, was sehr schade ist. Es gibt keine Raptor-Moped-Verfolgung (scheint ja in Jurassic World wenigstens daran angelehnt adaptiert zu werden), keine Chamäleon-Carnotaurus-Szenen, keine Hochstand-Attacke und auch keine wissenschaftlichen Debatten mehr. Nur noch Jäger-und-Gejagte-Momente streng nach der Sequel-Regel „Mehr von allem, was Teil 1 ausmachte“. Wenigstens haben sie Anlage B, also Isla Sorna, übernommen.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe diesen Film auch irgendwie. Die Szene im hohen Gras, der Zeltbesuch des T-Rex, Eddie Carrs Tod – es gibt viel Dinoporn, der in Sachen Effekte noch heute unerreicht ist. Viele kleine Spielereien, wie zum Beispiel Drehbuchautor David Koepp, der als „Unlucky Bastard“ vor der Videothek vom T-Rex gefressen wird, oder das Schiff „The Venture“, was natürlich an King Kong erinnert – so etwas mag ich.

Dem gegenüber stehen aber leider zig Fragen: Warum hört man den Rex einmal deutlich antrampeln, in der Trailerszene aber gar nicht? Woher hatte die Rettungscrew sofort einen Käfig für betäubte Rexe, wenn Van Owen sie gerufen hat? Wo sind die Sanitäter, die Polizei, die Opfer, die Journalisten…als Malcolm und Harding den Rex zurück zum Hafen bringen? Wieso stirbt Dieter Stark hinter diesem Baumstumpf? Uuund: Warum ist die Schiffscrew tot? Oh, die letzte Frage kann ich beantworten!

© United International Pictures GmbH

Im Buch schaffen es Raptoren auf das Fluchtschiff – dort wird kein T-Rex nach San Diego geholt – und tatsächlich wurde eine Szene verfilmt, in der Raptoren die Schiffscrew killen. Doch sie wurde herausgeschnitten, warum auch immer. Übrig bleibt ein eingesperrter, sedierter T-Rex und ein abgerissener Arm am Schiffsteuer. Arg!… Es wurde an vielen Ecken einfach oberflächlich gearbeitet. Außer natürlich am Marketing, denn die Mercedes M-Klasse von Daimler-Benz ist ganz ganz ganz toll!

„Ich komme in fünf oder sechs Tagen nach!“ –
„Nein, du wirst in fünf oder sechs Teilen nachkommen!“

Okay, ich werde sarkastisch. Muss ich aber, denn viele offensichtliche Schwächen werden durch Gags kompensiert, die leider überhaupt nicht witzig sind. Der Hund. Die „Brauchen sie sonst noch etwas?“-Szene. Die Japaner. Die Turneinlage. Der Anfassen-Spruch. Man man man… Was wirklich ulkig ist, ist, wenn Eddie Carr im Hintergrund gefühlt tausendmal „Wow“ vor sich hin stammelt, nachdem er zum ersten Mal Dinos sah. Das sind Details, die ich sympathisch finde und gerne häufiger gesehen hätte.

Ein ganz guter Gewinn ist Julianne Moore als Dr. Sarah Harding. Vielleicht nicht die beliebteste Figur, aber gut getroffen und gespielt. Und der Score von John Williams funktioniert ebenfalls wieder ganz hervorragend. Spielberg ist ein Meister seines Fachs. Er schafft es trotz vieler offensichtlicher Drehbuchschwächen einen zweiten Teil zu kreieren, der von der ersten bis zur letzten Minute bestens unterhält und spannend ist. Hätten sich alle Beteiligten nur ein bisschen mehr Anspruch gegönnt, dann wären uns diese zahlreichen Zweizeiler vielleicht erspart geblieben.

Fazit

Falls meine Review so klingt, als würde ich diesen Film nicht leiden können, tut es mir leid. Tatsächlich gehört Vergessene Welt: Jurassic Welt zu meinen absoluten Lieblingsfilmen aus der Jugend. Man achtet nur mit der Zeit mehr auf Kleinigkeiten. Insgesamt ist die Story noch immer massenfreundlich, spannend und bietet feinste Optik bis zur letzten Minute – San Diego hätte man dabei sogar auslassen können.

Das war es also, mein Filmkritik-Sequel zum Jurassic-Park-Sequel im Rahmen der kleinen Franchise-Reise bis zur Veröffentlichung von Jurassic World am 11. Juni! Nach wie vor liefern der Entertainment Blog und ich Euch im vollen Umfang Filmkritiken (u.v.m.!) zur Dino-Trilogie und dem neuen Blockbuster mit Chris Pratt. Bleibt uns erhalten!

Hier geht’s zu unseren weiteren Kritiken:

Filmkritik – Jurassic Park: Der Filmtipp
Filmkritik – Jurassic Park: Entertainment Blog
F
ilmkritik – Vergessene Welt: Jurassic Park: Entertainment Blog

 

Ich möchte meine Leidenschaft für Filme mit Euch teilen. Es gibt so viele spannende, interessante Werke, die viel zu wenig Beachtung geschenkt bekommen. Manchmal braucht ein stark kritisierter Film einen Verteidiger. Andere gehypte Filme müssen dagegen auch mal hinterfragt werden. Filme müssen Spaß machen.

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